Vereine blicken nach enttäuschendem 2020 nach vorn

Landkreis Uelzen: Bitteres Jahr für die Schützen

 Jörg Martens, Präsident des Kreisschützenverbandes, bilanziert: „Das war mehr als bitter.“
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Jörg Martens, Präsident des Kreisschützenverbandes, bilanziert: „Das war mehr als bitter.“

Für die Schützen im Landkreis Uelzen war 2020 nicht einfach. Die Pandemie hat auch ihre Folgen für das Schützenwesen gezeigt. Im laufenden Jahr soll es nach Möglichkeit besser klappen: „Wir sind da auf einem ganz guten Weg“, sagt Jörg Martens, Präsident des Kreisschützenverbandes. 

VON CHRISTIAN HOLZGREVE

Uelzen – Es war ein maues Jahr für die Schützen im Kreis. Ihr Präsident, Jörg Martens, macht keinen Hehl aus seiner Enttäuschung über 2020. Im laufenden Jahr soll es nach Möglichkeit besser klappen: „Wir sind da auf einem ganz guten Weg.“

So will das Präsidium des Kreisschützenverbandes bei einer Online-Delegiertenkonferenz am heutigen Sonnabend, 13. März, darauf dringen, dass sich die Vereine auf mögliche Corona-Lockerungen rechtzeitig vorbereiten: „Wir müssen verhindern, dass sich nach den Mitgliedern auch die Vorstände aufs Sofa zurückziehen“, sagt der 56-Jährige. Bis zu 200 Delegierte aus den 39 Vereinen im Kreis könnten theoretisch teilnehmen, sagt Martens. „Hoffentlich wird eine große Anzahl dabei sein.“

Martens will in diesem Jahr erreichen, dass die Schützen auf eine mögliche Aufhebung des Lockdowns für sogenannte „Indoor-Veranstaltungen“ zeitnah reagieren können. Dazu müssten etwa Hygiene-Konzepte und Abstände auf den Schießständen vorbereitet sein, damit nicht wieder vier Wochen nach einer Aufhebung des Lockdowns „verloren gehen“, wie Martens unterstreicht. 2020 sei das so gewesen – und man habe nur im August den Übungsbetrieb aufnehmen können, bevor der Sport im September schon wieder untersagt worden sei. „Das war mehr als bitter“, stellt Martens unumwunden fest. Zumal schon begonnen worden war, die Kreismeisterschaften auszuschießen – „und dann war alles hinfällig“.

So will Martens mit seinem Präsidium Impulsgeber sein, auch für virtuelle Mitgliederversammlungen in den Vereinen. Dabei sei der Schießsport die Hauptstütze im Kreisverband. „Das Brauchtum geht im Moment gar nicht“, unterstreicht der 56-Jährige auch mit Blick auf die ausgefallenen Feierlichkeiten der Bevenser Gilde oder der Uelzener Gilde im vergangenen Jahr. „Da ist viel Herzblut und Arbeit hineingesteckt worden.“

Martens, der Diplomingenieur beim Kreisverband der Wasser- und Bodenverbände und umweltpolitischer Sprecher der CDU im Kreistag ist, hat so mehr als genug Sorgen. Er, der mit elf Jahren zum Schützenwesen kam und der dem Schützenverein Holdenstedt/Borne angehört, muss Mitgliederaustritte registrieren. Statt 3892 Mitglieder, wie noch 2019, gehören den Vereinen jetzt nur noch 3765 Mitglieder an. „Die meisten Austritte hatten wir im Schüler- und Jugendbereich. Das ist umso bedauerlicher, weil wir hier schon Zuwächse hatten. Und viele Vereine sich um den Nachwuchs bemüht haben: Denn ohne Jugend geht es nicht.“ Augenscheinlich seien das überwiegend auch Corona-Effekte. Viele Eltern hätten ihren Nachwuchs abgemeldet, ob aus Furcht vor Ansteckung oder weil die Jugendarbeit ruhen musste. „Dabei ziehen die Vereine bei den Jugendlichen nur kleine oder gar keine Beiträge ein.“

„Wir werden alles versuchen, den Sportbetrieb wieder aufzunehmen“, unterstreicht der Schützenpräsident. Und räumt ein, dass den Schützen auch das gesellige Beisammensein fehlt. „Es ist ja nicht so, dass man normalerweise aus dem Schießstand stürzt und ins Auto springt. Es ist auch eine sehr schöne Geschichte, dass man sich austauschen kann, dass sich mal die Damen treffen oder die Herren die Kameradschaft pflegen.“

Dafür unterhalten die Vereine auch ihre Schützenhäuser. „Mir ist zwar kein Verein in finanzieller Schieflage bekannt“, sagt Martens, „aber dass das noch lange gut geht, glaube ich auch nicht.“

Den Vereinen, die nun mal nicht auf öffentliche Einrichtungen wie Turnhallen zurückgreifen könnten, fehlten die Einnahmen von Dritten, etwa von Veranstaltungen in ihren Räumen. Und manche müssten noch ihre Bauten abfinanzieren.

So freut sich Martens darauf, wenn zumindest der Schießbetrieb wieder gestattet ist. Dann soll dort angeknüpft werden, wo man gestanden hat: „Schießen? Das verlernt man nicht.“

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