Neue Fälle in Polen nachgewiesen

Landkreis Uelzen sieht sich für Schweinepest gerüstet

Vormarsch der Afrikanischen Schweinepest
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Vormarsch der Afrikanischen Schweinepest.

Uelzen/Landkreis – Die Afrikanische Schweinepest (ASP) befindet sich weiter auf dem Vormarsch.

Wie das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft mitteilt, gebe es neue Fälle in Polen, sodass die ASP nur noch zwölf Kilometer von der deutschen Grenze (Sachsen) entfernt sei. Der Erreger wurde in mehreren osteuropäischen Staaten im Januar nachgewiesen, außerdem in Belgien und Italien.

Heinrich Hellbrügge, Kreisjägermeister

Für den Fall, dass die ASP nach Deutschland und sogar in den Landkreis Uelzen komme, sei man beim Landkreis laut Kreisjägermeister Henrich Hellbrügge gut gerüstet. „Wir sind im Gegensatz zu anderen Landkreisen gut vorbereitet, die Pläne liegen in der Schublade“, sagt Hellbrügge.

Auch der Landkreis bestätigt die Planungen, die seit zwei Jahren liefen. „33 Mitarbeiter der Samtgemeinden, der Gemeinde Bienenbüttel, der Stadt Uelzen und des Landkreises wurden hinsichtlich der Bergung von im Seuchenfall vermehrt anfallendem Fallwild geschult“, erklärt Kreissprecher Martin Theine.

Laut Medienberichten denkt das niedersächsische Landwirtschaftsministerium darüber nach, Lebendfallen aufzustellen. Dies werde aktuell in den Landkreisen Lüneburg, Rotenburg sowie im Heidekreis getestet, wie die Cellesche Zeitung schreibt. „Wir haben im Landkreis Uelzen vor drei Jahren einen Versuch durchgeführt, um Säue damit einzufangen. Dies war sehr schwierig und auch nicht erfolgreich“, erklärt der Kreisjägermeister, sodass diese Maßnahme derzeit für ihn kein Thema sei.

Erfolgversprechender sei es dagegen, auf ein reihenweises Töten der von ASP befallenen Wildschweine zu setzen. „In Tschechien hat man die Kerngebiete eingezäunt und alles tot geschossen. Dies war erfolgreich und sie sind die Schweinepest nun los“, sagt Hellbrügge. Die ASP ist für den Menschen ungefährlich, kann aber von Tier zu Tier übertragen werden. Hellbrügge: „Verendet ein Wildschwein im Wald, ist dort die ASP auch ein Jahr später noch im Tier vorhanden.“

VON TIMO HÖLSCHER

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