Einbrüche in Bad Bevensen

Landgericht Lüneburg verhängt Haftstrafen für Reifendiebe

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LÜNEBURG/BAD BEVENSEN - Das Landgericht Lüneburg hat in dieser Woche gegen vier junge Männer, die im vergangenen Jahr bei einer Einbruchserie unter anderem zwei Mal in ein Autohaus in Bad Bevensen eingestiegen sind, teils empfindliche Strafen verhängt.

Wegen gemeinschaftlichen gewerbsmäßigen Diebstahls, „ohne eine Bande zu sein“, so der Kammer-Vorsitzende Franz Kompisch, müssen die 23- bis 25-jährigen Männer viereinhalb, vier und dreieinhalb Jahre ins Gefängnis.

Einer der Täter kam mit einer Bewährungsstrafe davon, weil er nach Auffassung der Kammer einen „nachrangigen Tatbeitrag geleistet hatte“ – er wurde daher nur wegen Beihilfe zum Diebstahl verurteilt. Der Mann muss jedoch 100 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. Bei der Strafbemessung honorierten die Richter ein „offenes schonungsloses Geständnis mit klaren Angaben“ eines der Mittäter, der an acht der Streifzüge beteiligt war.

Insgesamt waren den Verurteilten 17 Einbrüche und Diebstähle zur Last gelegt worden. Ein Komplize, dessen Geständnis „weder Einsicht noch Reue“ aufwies, kassierte mit viereinhalb Jahren Gefängnis die höchste verhängte Strafe. Noch bevor der Urteilsspruch gestern fiel, zeigten sich Eltern und Angehörige, die den Prozess seit dem ersten Sitzungstag begleiteten, schockiert über die Ausmaße der Taten, die bei den Geständnissen deutlich geworden waren: Mehrere Autohäuser in Bad Bevensen, Lüneburg, Lüchow-Dannenberg, Harburg und Seevetal waren zum Ziel der jungen Männer geworden, die in wechselnder Beteiligung zum Teil sogar Hinweise von Firmen-Mitarbeitern genutzt hatten, um sich Zutritt zu verschaffen.

Gestohlen worden waren unter anderem hochwertige Reifensätze. Bis Ende Oktober vergangenen Jahres summierte sich der in den Autohäusern entstandene Schaden auf über 200 000 Euro. Eine Mutter begann schon zu weinen, als sie den Strafantrag des Oberstaatsanwalts Heinrich Dresselhaus hörte, der sogar bis zu fünf Jahre gefordert hatte. Rechtsanwältin Nicola Toillié aus Hamburg hatte in ihrem Plädoyer darauf hingewiesen, dass eine sehr lange Strafe bei den relativ jungen Männern ihren Zweck verfehlen könne. - aja

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