Landeschef als Landrat?

Raimund Nowak begann seine Landeskarriere in Uelzen.

Uelzen/Landkreis - Von Marc Rath. Als erste der Parteien im Landkreis bringen die Grünen jetzt einen Kandidaten für die Landratswahl im Herbst 2011 ins Gespräch – und der soll über Parteigrenzen hinweg zu einem Coup werden. Unter dem Motto „Es gibt viele Gründe für einen Wechsel an der Spitze des Landkreises Uelzen“ präsentiert die Partei einen überparteilichen Personalvorschlag – ihren langjährigen Uelzener Fraktionschef und Landesvorsitzenden Raimund Nowak.

„Der Landkreis Uelzen braucht als Landrat wieder eine Person, die über ausreichend Erfahrung in der kommunalen Politik und der Verwaltung verfügt, die politischen Gestaltungswillen mitbringt und die auf erfolgreiches Handeln aufbauen kann“, werben die Kreissprecher Vicky Koke und Hans-Hermann Hoff für den 55-jährigen gebürtigen Uelzener. „Diese Person sollte zudem die Verhältnisse in unserem Landkreis sehr gut kennen und eine enge Verbundenheit mit dieser Region haben, aber auch über eine überregionale Ausstrahlungskraft verfügen“, betont die Grünen-Spitze.

Nowak zählte während seiner kommunalpolitischen Zeit in Uelzen zu den maßgeblichen Vätern des Hundertwasser-Bahnhofs. Bis Anfang 2009 stand er sechs Jahre an der Spitze der niedersächsischen Grünen. Seit 2007 leitet er in der Landeshauptstadt die Grundsatzabteilung von Hannovers Oberbürgermeister Stephan Weil (SPD).

Die Sozialdemokraten im Landkreis sind jetzt auch die ersten Ansprechpartner von Koke und Hoff. „Ein interessanter Vorschlag“, staunte SPD-Kreistagsfraktionsvorsitzender Jac-ques Voigtländer, der durch das Bahnhofs-Engagement eng mit Nowak verbunden ist. Nowak sei zweifellos ein gutes Kandidat, lässt Voigtländer durchaus Sympathien für den Vorschlag erkennen. „Wir sind gerade dabei, selbst eine Alternative aufzubauen“, betont er jedoch, dass eine große Partei nicht ohne weiteres auf einen eigenen Personalvorschlag verzichten könne. „Da muss man drüber reden“, signalisiert er indes Gesprächsbereitschaft.

Auf die setzt das grüne Duo mit seinem Vorschlag denn auch. „Wir sind sicher, dass wir nur mit einem gemeinsamen Vorgehen eine realistische Chance für einen Wechsel an der Landkreisspitze haben werden“, schreiben Koke und Hoff in ihrem Brief an die SPD-Spitze.

Nowak selbst ist über Parteigrenzen hinweg geachtet. Zu seinem Ausstand aus der Landespolitik im vorigen Januar war auch CDU-Fraktionschef David McAllister gekommen. Unter der Überschrift „Grünrotschwarzgelb“ hatte Nowak damals zu einer Diskussionsrunde eingeladen. Thema: „Was blüht der Parteienlandschaft?“

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