Die Grünen beendeten mit Claudia Roth ihren Wahlkampf erst Stunden vor dem Wahltag

„Land in Sicht“

Engagierte Wahlkämpferin bis zur letzten Stunde vor dem Sonntag: Claudia Roth im Uelzener Mephisto.

Uelzen. Wahlkampf-Abschlussparty der Grünen am Samstagabend im Mephisto in Uelzen. Keineswegs nur Grüne waren erschienen, um Grünen-Chefin Claudia Roth bei ihrem Blitzbesuch in Uelzen zu lauschen.

Roth war zuvor schon mit dem Rio-Reiser-Song „Land in Sicht“ begrüßt worden – nicht ganz zufällig, denn sie war jahrelang Managerin der Reiser-Band „Ton Steine Scherben“ und sang textsicher mit. Gerade aus Celle gekommen schlug auch sie den großen Bogen vom Handeln auf lokaler Ebene hin zu den globalen Folgen, vom Mega-Hähnchenschlachthof in Wietze mit den hunderten von Mastställen im Gefolge, „die die Märkte in Afrika plattmachen und die Existenzen der Bauern dort vernichten“.

Imitierte verblüffend Rio Reiser: Sänger Andreas Hutzel begeisterte die Zuhörer. Fotos: Köhler-Götze

Roth ließ es sich nicht nehmen, mit Sänger Andreas Hutzel von der Rio-Reiser-Show noch ein kräftiges „Für immer und dich“ in Richtung Nowak zu schmettern, bevor sie zum nächsten Termin nach Lüneburg eilte. Nicht ohne das Versprechen: „Wenn du Landrat wirst, Raimund, dann komme ich wieder.“ Der diskutierte noch eine ganze Weile draußen mit Mitgliedern einer großen Volkspartei: Auf beiden Seiten Bedauern, dass man sich nicht auf einen gemeinsamen Kandidaten hatte einigen können. Und trotz leichter Spitzen das spürbare Bemühen, keine Türen zuzuschlagen. Man wird auch nach der Wahl miteinander auskommen müssen.

Das interessiert viele Grüne an diesem letzten Abend im Wahlkampf nicht. Glückliche Gesichter, dass aus der A 39 erst einmal nichts wird. Und am allerglücklichsten strahlt auf dem Heimweg Martin Feller, der sich von den Rio-Reiser-Songs noch einmal an die Stätten der Auseinandersetzungen seiner jungen Jahre hat entführen lassen.

Von Jürgen Köhler-Götze

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