Weihnachtsmarkt – Citymanager Joachim Lotz setzt auf konstruktive Mitarbeit

Kuschelig und gemütlich

Joachim Lotz

Uelzen. Obwohl der meteorologische Sommeranfang erst wenige Tage hinter uns liegt, richtet sich der Blick von Citymanager Joachim Lotz schon wieder in Richtung Weihnachtsmarkt.

Im AZ-Interview blickt Lotz in Richtung Dezember 2012, schaut aber auch auf die Märkte der Vergangenheit.

Wie ist der Stand der Vorbereitungen? Wieviele Stunden pro Wochen investieren Sie schon in die Planungen?

Auch hier gilt die altbekannte Fußballweisheit: „Nach dem Spiel ist vor dem Spiel“. Aus diesem Grunde beschäftigt mich das Thema Weihnachten natürlich seit Beendigung des letztjährigen Weihnachtszaubers. Es ist für mich von besonderer Bedeutung, Schwachpunkte des vergangenen Jahres auszuwerten und Kritik aufzunehmen mit der Zielsetzung, das Konzept für die kommenden Veranstaltungen zu verbessern. Die Grundstruktur für das Jahr 2012 ist nunmehr von mir bearbeitet worden und wird in der kommenden Woche mit Vertretern des Einzelhandels, der Marktbeschicker, der Stadt Uelzen und der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Uelzen diskutiert. Ich erwarte mir in dieser Diskussion eine ganze Reihe von Hinweisen, die uns nützlich sein werden, auch in diesem Jahr den Uelzerinnen und Uelzern einen hochwertigen Weihnachtsmarkt zu bieten. Die Abstimmungsprozesse müssen im Oktober beendet sein, da ab diesem Zeitpunkt die konkrete Realisierungsphase beginnt und alle Beteiligten entsprechend informiert sein müssen. Insofern werde ich das ganze Jahr über viele Stunden mit dem Thema Weihnachten beschäftigt sein. Meiner Erfahrung nach sind es gut investierte Stunden, denn der Weihnachtszauber und die besinnliche Weihnachtszeit haben eine große emotionale Bedeutung für die Menschen in unserer Stadt.

Setzt der Weihnachtsmarkt in Uelzen in diesem Jahr auf Altbewährtes oder gibt es neue Ideen?

Der Weihnachtszauber setzt sich aus den drei Kernelementen Weihnachtsmarkt, Veranstaltungen und Eisbahn zusammen. Bei der Gestaltung des Marktes an sich habe ich sehr wohl den Wunsch vieler Bürger aufgenommen, dem Markt mehr Gemütlichkeit zu verleihen. Deswegen ist an diesem Thema intensiv zu arbeiten. Bei den Veranstaltungen habe ich Sorge getragen, dass das einzigartige Geschehen um den Adventskalender auch in diesem Jahr seine Fortführung findet. Keine andere Stadt vereinigt in einer derartigen Veranstaltung Abend für Abend das Thema Weihnachtszeit mit dem Wunsch der Bevölkerung nach besinnlichem Zusammensein und Innehalten abseits der Hektik des Alltags. Auf die Planungen der Stadtwerke Uelzen habe ich keinen Einfluss. Die Geschäftsführung hat angedeutet, sich mit diesem Thema positiv befassen zu wollen und in Aussicht gestellt, dass die Eisbahn wieder kommt.

Wie immer bei größeren Veranstaltungen gibt es neben Lob auch Kritik am Weihnachtsmarkt. Was ist in dem Zusammenhang an Ihre Ohren gedrungen? Und was entgegnen Sie den Kritikern (und notorischen Nörglern)?

Im Wesentlichen gab es zwei Kritikpunkte, die ich kurz zusammenfassen möchte: Es besteht der Wunsch, eine Örtlichkeit für den Weihnachtsmarkt zu finden, der durch eine engere räumliche Nähe der einzelnen Anbieter für mehr Gemütlichkeit sorgt. Das qualitative Angebot der Beschicker des Marktes sollte nach Möglichkeit deutlich gehoben und die Angebotsvielfalt erhöht werden. Gerade sehr viele unserer ganz jungen Besucher haben als besonderen Punkt das fehlende Tierdorf kritisiert. Ein absoluter Höhepunkt vergangener Weihnachtsmärkte. Den Kritikern entgegne ich, dass sie vom Grundsatz her Recht haben. Gerne hätte ich auch im vergangenen Jahr das Tierdorf in den Weihnachtszauber integriert, es war aus finanziellen Gründen einfach nicht möglich. Ich denke derzeit darüber nach, ob in Zukunft eine kostengünstigere Variante gefunden werden kann.

In der kommenden Sitzung mit den Vertretern der Institutionen werden wir noch einmal intensiv Vor- und Nachteile verschiedener Standorte des Weihnachtsmarktes erörtern und gegebenfalls Maßnahmen ableiten, um die Gemütlichkeit der Veranstaltung zu erhöhen. Es sind aber drei wichtige Punkte zu berücksichtigen: Der nach wie vor durchzuführende Wochenmarkt in der Weihnachtszeit, die derzeit an vielen Stellen begonnenen oder beginnenden Baumaßnahmen und die räumlichen Gegebenheiten der Stadt Uelzen an sich. Bezüglich der Verbesserung des Angebotes gibt es intensive Diskussionen mit dem von der Stadt Uelzen beauftragten Unternehmer des Weihnachtsmarktes, Herrn Matuschak. Ich habe ihn gebeten, noch in diesem Sommer Vorschläge zu unterbreiten, wie er das Angebot im Vergleich zum Vorjahr verbessern möchte. Unabhängig davon bitte ich alle Kritiker, ob sie berechtigte oder auch vielleicht unberechtigte Kritik äußern, um konstruktive Mitarbeit zur Verbesserung des Weihnachtsmarktes. Nur wenn ich mich mit der Kritik auch in persönlichen Gesprächen auseinandersetzen kann, bin ich in der Lage, sie in meine Vorschläge einfließen zu lassen.

Wie schwer ist es, die unterschiedlichen Interessen von Stadt, Marktbeschickern, Händlern und Geschäftsleuten unter einen Hut zu bekommen?

Diese Aufgabe ist gewiss nicht einfach. Die Stadt Uelzen hat in den vergangenen Jahren immer wieder darunter gelitten, dass sich viele Interessengruppen leider auf das Kommentieren beschränkt haben. Wenn sie „zum Anpacken“ aufgerufen worden sind, so hat sich der eine oder andere leider verweigert. Deswegen möchte ich an alle appellieren, mit mir zusammen zu arbeiten und einen Beitrag zum Wohle unserer Stadt zu leisten. Es gibt Beispiele wie den VitalMarkt, die uns haben lernen lassen, wie erfolgreich die Stadt sein kann, wenn alle zusammen arbeiten, an einem Strang ziehen und ehrlich miteinander umgehen. Dies war ein Beispiel der Zusammenarbeit, wie es gelingen kann, unterschiedlichste Interessen zu koordinieren, um ein gemeinsames Ziel erfolgreich zu erreichen.

Besteht die Möglichkeit, den Weihnachtsmarkt etwas kuscheliger, sprich: kompakter zu gestalten? Besucher monieren, dass zwischen Lüneburger Straße (ehemaliger Uelzener Hof) und Herzogenplatz einfach zuviel freie Fläche sei.

Die Besucher, die diese Kritik äußern, haben Recht. Ursprungsgedanke war, eine erfolgreiche Vernetzung zwischen den Bedürfnissen des Einzelhandels, der Weihnachtsmarktbeschicker und der Stadt Uelzen herzustellen. Gerade durch die Veränderungen in der Innenstadt Uelzens in den Vorjahren scheint diese Form nicht mehr unbedingt tragend zu sein. Deswegen denke ich auch darüber nach. Kuscheligkeit setzt räumliche Nähe voraus und eine Vielzahl von hochwertigen Marktbeschickern. Zudem sind die räumlichen Gegebenheiten und Platzbedürfnisse in der Stadt zu berücksichtigen. Es ist keine leichte Aufgabe, räumliche Gegebenheiten des Weihnachtsmarktes grundlegend zu verändern, wenn an Kernbestandteilen des bisherigen Konzeptes festgehalten werden soll. Ich werde die unterschiedlichen Alternativen intensiv prüfen und mit den Beteiligten erörtern.

Als langjähriger Citymanager kennen Sie nicht nur den Uelzener Weihnachtsmarkt, sondern auch die Märkte in Celle oder Lüneburg. Mit welchen Pfunden kann der hiesige Weihnachtsmarkt wuchern?

Der Uelzener Weihnachtszauber institutionalisiert den Wunsch der Bürgerinnen und Bürger, gerade zur Weihnachtszeit Abend für Abend ein besonderes Gemeinschaftsgefühl erleben zu können. Viele freuen sich, auf unserem Weihnachtsmarkt Freunde, Bekannte und Kollegen bei einem Glas Glühwein zu treffen oder die besondere Atmosphäre um den Adventskalender erleben zu können. Darauf bezogen hat der Weihnachtszauber etwas Einzigartiges. Auch die Besucher, die nicht aus Uelzen kommen, sind beeindruckt – nicht nur von den Veranstaltungen, sondern von der gesamten weihnachtlichen Atmosphäre in der Stadt. Unser Weihnachtszauber richtet sich nicht nur an die Bevölkerung aus Stadt und Landkreis, sondern auch an Besucher aus den Nachbarkreisen wie Lüneburg und Celle. Uelzen muss sich bestimmt nicht verstecken.

Von Andreas Becker

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