Drittklässler fordern den Erhalt der Veerßer Grundschule / Liste mit 2666 Unterschriften

Kurzer Weg, großer Schulhof

„Wir möchten, dass die Schule hier bleibt“: Philipp Falke und Chiara Dammann von der Grundschule Veerßen haben Bürgermeister Otto Lukat eine Briefesammlung überreicht. Foto: Wendlandt

Uelzen. „Unsere Kinder möchten nicht, dass die Grundschule Veerßen geschlossen wird. Die Kinder möchten, dass die Schule an diesem Ort bleibt. Ich habe einen kurzen Schulweg.

Der Schulhof ist groß“, hat Chiara Dammann aus der dritten Klasse der Grundschule Veerßen an Uelzens Bürgermeister Otto Lukat geschrieben. Sie fordert ihn dazu auf, den Schulstandort zu erhalten, „weil ich nicht meine Freunde verlieren will“. Auch ihre Klassenkameraden haben Briefe dieser Art an Lukat formuliert. Diese Schreiben samt Unterschriftenliste, auf die 2666 Mütter und Väter ihre Namen gesetzt haben, sind gestern von der achtjährigen Chiara und von Simone Knirsch aus dem Elternratsvorstand der Stadt überreicht worden. Unterstützt wurden sie dabei von weiteren Mitschülern und Mitgliedern des Elternrats und des Schulvorstands. Nach Angaben der Initiatoren hätten auch Eltern, deren Kinder erst in den nächsten Jahren eingeschult werden, unterzeichnet.

„Es ist uns eine Herzensangelegenheit“, betonte Knirsch. „Die Erstklässler waren gerade eingeschult, drei Tage später kam die Mitteilung, dass die Schule aufgelöst werden soll.“ Ihrer Meinung nach sei die Quote von 18 Erstklässlern nicht so gering, dass sie eine Schließung der Schule rechtfertigen würde. Als weiteres Argument für den Erhalt der Grundschule, die von insgesamt 90 Kindern besucht wird, nannte sie die dort angegliederten Sprachheilklassen und die Nutzung der Turnhalle durch Sportvereine.

„Ich kann leider überhaupt keine Aussage machen, weil es in der Findung ist“, sagte Lukat, als er die Unterschriften entgegen nahm. Am 15. Oktober werde über das gesamte Sparpaket entschieden, um dann die Entschuldungshilfe des Landes Niedersachsen in Höhe von 28,1 Millionen Euro zu beantragen, so die Hoffnung von Politik und Verwaltung. Die Überlegung, die Veerßer und auch die Molzener Grundschulen zu schließen, sei „keine Marotte unserer Verwaltung“, erläuterte der Bürgermeister. „Es gibt Zwänge, denen wir ausgesetzt sind.“ Auf dem Sparplan stünden mehr als 90 Positionen, unter anderem die Grundschulen. Rund 250 000 Euro Kostenersparnis erhofft die Verwaltung sich von der Schließung der Veerßer und Molzener Standorte.

Die Unterzeichnenden seien nicht grundsätzlich gegen das Sparen, sagte Knirsch, „aber sehr viele sind der Ansicht, dass auch woanders gespart werden kann“. Doch beispielsweise am Alten Rathaus zu sparen, indem das Gebäude veräußert würden, komme nicht in Frage, hielt Lukat dem entgegen. Das Gebäude, für dessen Sanierung zusätzliche 600 000 Euro eingesetzt werden sollen, sei neben der Kirche das älteste in Uelzen, „das können wir nicht wegwischen“, erklärte er. „Das hat auch mit dem Überbringen von Erbe in unsere Zukunft zu tun.“ Und was die Kosten für die Grundschulen in der Stadt betrifft: Ohnehin seien an allen acht Standorten die Investitionen gestoppt.

In der vergangenen Woche hatte bereits der Schulelternratsvorsitzende an der Grundschule Molzen, Jan Herrmann, eine Liste mit 1900 Unterschriften Uelzens Bürgermeister übergeben (AZ berichtete).

Von Diane Baatani

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