Uelzener Justizvollzugsanstalt stellt sich auf geringere Haftdauer vieler Insassen ein

Kurze Therapien für Gefangene

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Rund 200 Gefangene sind in der Justizvollzugsanstalt Uelzen untergebracht. Dass die Anstalt immer mehr kurzstrafige Häftlinge aufnimmt, ist auch in den Arbeitsstätten zu spüren.

Uelzen. Eine Änderung des niedersächsischen Vollstreckungsplans hat auch Auswirkungen auf die Justizvollzugsanstalt (JVA) Uelzen.

Die Gefängnisse in Niedersachsen werden zum Teil anderen Gerichtsbezirken zugeordnet als zuvor, in Vorbereitung auf die Schließung der Abteilung Salinenmoor der JVA Celle zum 31. Dezember. Das berichtet Sabine Hamann, Leiterin der JVA Uelzen. Nach Uelzen können nun Verurteilte gebracht werden, die zuvor nach Salinenmoor gekommen wären. Zugleich gibt Uelzen einen Bezirk ab. In Uelzen gebe es derzeit mit rund 200 Gefangenen wieder mehr als noch vor einem halben Jahr, aber die Zahl bleibe „auf einem sehr niedrigen Niveau stabil“.

Mit der veränderten Zuständigkeit sollen die Gefängnisse landesweit besser ausgelastet werden. Zudem will man erreichen, dass die Distanzen von den Gefängnissen zu den Gerichten geringer sind. Nach Angaben von Hamann kann es sich auch positiv auf die Wiedereingliederung eines Häftlings auswirken, wenn er nicht sehr weit vom sozialen Umfeld entfernt inhaftiert ist.

In Uelzen befinden sich Häftlinge mit Freiheitsstrafen unter fünf Jahren, längerstrafige nur in Sonderfällen. Vor fünf Jahren etwa seien in der Uelzener Anstalt auch häufig Gefangene mit bis zu 14 Jahren Haft aufgenommen worden. Seit jedoch die JVA Rosdorf und die JVA Sehnde gebaut wurden, seien diese hoch gesicherten Anstalten für längerstrafige Häftlinge zuständig.

Das macht sich in den Arbeitsstätten der JVA Uelzen bemerkbar, weil dort zuvor Häftlinge für längere Zeit in ihre Aufgaben eingearbeitet wurden und nun mehr Wechsel stattfinden. Und da Uelzen „mehr und mehr“ zu einer Anstalt mit kurzstrafigen Gefangenen werde, müsse auch das Therapieangebot angepasst werden, erklärt Hamann. „Wir müssen noch mehr überlegen, was wir in einer begrenzten Zeit machen können.“ Dazu gehören das schnellere Erstellen von Diagnosen sowie kurzzeitigere Therapien. Zudem müsse mit der Vorbereitung auf die Entlassung schon kurz nach der Aufnahme begonnen werden, sagt sie.

Die Sozial- und auch Sexualtherapie in der JVA soll in bisheriger Form erhalten bleiben. Ein Haus, das ursprünglich für den Vollzug genutzt worden war, wurde nun für die Arbeitstherapie umgebaut, in der etwa sieben Männer soweit stabilisiert werden, dass sie in Arbeitsbetrieben der JVA eingesetzt werden können und nach der Entlassung andere Chancen haben, eine Beschäftigung zu finden.

Von Diane Baatani

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