Bad Bevensener Kurhaus-Wettbewerb: Verfahren wird zurückgesetzt

Kurstadt muss verhandeln

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Bad Bevensen. Die Stadt Bad Bevensen muss mit allen Preisträgern des Architekten-Wettbewerbs für einen Kurhaus-Neubau noch einmal in Verhandlungen treten. Das ist das Ergebnis eines Nachprüfungsverfahrens bei der Vergabekammer des Wirtschaftsministeriums.

Das Verfahren hatte, wie berichtet, einer der beiden Drittplatzierten angestrengt. Der Grund: Die Stadt hatte nicht den Entwurf des ersten Preisträgers weiter verfolgt, weil der den vorgegebenen Kostenrahmen von 5,5 Millionen Euro nicht eingehalten hatte und Zweifel an der Funktionalität des Entwurfs aufgekommen waren. Dieser erste Preisträger hatte die Stadt Bad Bevensen deswegen gerügt. Und weil die Bevenser mit dem im Rahmen des Wettbewerbs lediglich mit einer Anerkennung versehenen Entwurf eines Hannoveraner Büros weiter arbeiten wollten, hatte einer der zwei Drittplatzierten besagte Nachprüfung beantragt.

„Die Vergabekammer unterstützt das Begehren des Beschwerdeführers“, sagt Bevensens Bauamtsleiter Roland Klewwe. Heißt im Klartext: Eine Nachrückregelung in den so genannten Richtlinien für Planungswettbewerbe, die seitens der Stadt für legitim angesehen worden war, könne in diesem Fall nicht geltend gemacht werden, begründet die Kammer. Diese Regelung sei nur im Wettbewerbsverfahren und unmittelbar danach anwendbar. Da der Wettbewerb allerdings schon 2010 durchgeführt wurde, war bereits zu viel Zeit verstrichen.

Das Verfahren, so hat die Vergabekammer entschieden, muss nun also zurückgesetzt werden. „So, als hätten die Verhandlungen mit den Büros gar nicht stattgefunden“, erklärt Roland Klewwe. Die Stadt muss jetzt erneut mit allen Preisträgern in Verhandlungen treten – also dem Erstplatzierten und den beiden Drittplatzieren (ein zweiter Preis wurde nicht vergeben).

Bad Bevensens Stadtdirektor Hans-Jürgen Kammer ist nicht gerade glücklich über diese Entwicklungen. „Das bedeutet für uns einen enormen Zeitverlust“, sagt er, „wir hätten schon viel weiter sein können.“ Gleichzeitig gibt Bad Bevensens Bürgermeister Martin Feller (Grüne) zu bedenken, dass es noch keinerlei Entscheidungen des Stadtrates gebe hinsichtlich einer Übernahme des Kurhauses durch die Stadt, und auch nicht darüber, ob neu gebaut oder saniert werden soll. Fest steht aber eines: Am Freitag, 24. Februar, wird es ein Bürgerforum zu diesem Thema geben, kündigt Feller an, damit eine öffentliche Diskussion stattfinden kann. Seite 6

Von Ines Bräutigam

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