Erste Hilfe mit Mundschutz

Kurse des DRK-Kreisverbands Uelzen laufen auch unter Corona-Bedingungen

Handschuhe und Mund-Nasen-Bedeckung sind Pflicht – auch für das „Unfallopfer“.
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Handschuhe und Mund-Nasen-Bedeckung sind Pflicht – auch für das „Unfallopfer“.

Uelzen – Ein Mann liegt bewusstlos auf einer Matte im Seminarhaus des DRK-Kreisverbands Uelzen. Sein schwarzer Motorradhelm verdeckt den Großteil des Kopfes.

Erst als Ausbilder Hans-Joachim Müller ihn umdreht, zeigt sich sein akkurat angelegter Mundschutz, der in der Corona-Zeit zur Standardausrüstung für jede Erste-Hilfe-Übung gehört.

Wie überprüfe ich nun die Atmung des Verletzten, ohne seinem Gesicht zu nahe zu kommen? Und muss ich eine Herz-Lungen-Wiederbelebung durchführen – in direktem Kontakt mit dem Bewusstlosen? Corona wirft für Ersthelfer an der Unfallstelle einige Fragen auf. Antworten gibt es unter anderem in den Erste-Hilfe-Kursen des DRK, die auch unter Corona-Bedingungen stattfinden.

Seit Juni laufen die Kurse wieder, unterliegen dabei aber strengen Auflagen. Es müssen große Räume genutzt werden, denn für jeden Teilnehmer sind vier Quadratmeter Platz vorgeschrieben sowie zehn Quadratmeter für den Ausbilder. Mund-Nasen-Schutz muss immer dann getragen werden, wenn der Mindestabstand nicht garantiert ist.  Das ist nach Auskunft von Sylvia Krebs aber kein Problem für die durchschnittlich 15 bis 16 Teilnehmer. Die Ersthelfer aus Betrieben seien zum Beispiel dankbar dafür, ihr Wissen wieder auffrischen zu können. „Und selbst die Regelmäßigen lernen jetzt noch etwas Neues“ meint Sylvia Krebs. Sie ist selbst seit knapp 20 Jahren Erste-Hilfe-Ausbilderin und koordiniert die Kurstermine des DRK-Kreisverbands Uelzen.

Die Pandemie beeinflusst auch den Ablauf der Erste-Hilfe-Kurse. Die Teilnehmer werden in Zweierteams aufgeteilt, die den Kurs über zusammenbleiben und die Übungen miteinander durchführen. Mund-Nasen-Schutz und Handschuhe sind während der Übungen immer zu tragen. Materialien wie Verbände werden nicht mehr einfach aus der Kiste, sondern müssen auf Nachfrage vom Ausbilder herausgegeben werden. „Ich teile hier Materialien aus, als hätte ich einen Kiosk aufgemacht“, scherzt Müller.

Oftmals kommen noch weitere Schutzmaßnahmen hinzu. Beispielsweise bleibt beim Abnehmen eines Motorradhelms die Front hochgeklappt, damit auch durch die Maske nicht zu sehr in den Helm geatmet wird. Die Atemkontrolle findet dabei nur visuell oder per Handauflegen auf die Brust statt. „Wir sind hier teils auch Dirigenten und Reinigungskräfte“, erzählt Krebs. Der Dummy für die Herz-Lungen-Wiederbelebung muss nach jedem Teilnehmer desinfiziert werden. Wer Angst vor einer Ansteckung hat, könne die Herzdruckmassage auch ohne Atemspende durchführen.

Durch die Corona-Maßnahmen fallen für das DRK Zusatzkosten an. Mehr Einmalhandschuhe, Desinfektionsmittel und Schutzbrillen fallen hier ins Gewicht. Trotzdem findet Krebs die Kurse gerade in der Corona-Zeit wichtig, um den Menschen die Angst vor der Ersten Hilfe zu nehmen. „Wir müssen den Leuten zeigen, wie sie helfen können und sich dabei trotzdem selbst schützen.“ VON FABIAN DREYER

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