Von Woche zu Woche

Das Ende ist datiert ...

Jetzt steht das Datum: Im Januar 2014 werden sich die Bad Bevenser von ihrem Kurhaus verabschieden (müssen). Denn entweder rollt dann die Abrissbirne an und macht den Weg für einen Neubau frei. Oder – und das ist die weitaus schlechtere Variante – das Kurhaus bleibt stehen, wird aber geschlossen.

Die Unterhaltung des 70er-Jahre-Baus sei zu teuer, der Sanierungsstau zu hoch. Wer in den vergangenen Tagen im Kurhaus war, dem werden beispielsweise die Eimer zwischen Foyer und Therme nicht entgangen sein – Wasserschaden. Mal wieder. Und das ist nur ein Problem von vielen.

Wiebke Brütt

Am 12. Januar 2014 wird die Kurgesellschaft, der das Kurhaus gehört, den Riegel vor die Türen des Baus schieben – das hat der Aufsichtsrat beschlossen. Manch einen wird es beim Anblick dieses konkreten Datums durchzucken. Doch wenn diese Endgültigkeit eine Entschlossenheit im Umsetzen der gesteckten Ziele hervorbringt, birgt sie eine große Chance für die Kurstadt. Und wer mit offenen Augen durch Bad Bevensen geht, der sieht, dass es dort Menschen gibt, die sich vor den Hürden vor ihnen nicht wegducken, sondern Anlauf nehmen: Die Kurhausgastronomie hat einen neuen Pächter – keiner hätte gedacht, dass diese Meldung in diesem Jahr noch gedruckt wird. Nun kann man sagen, es wäre naiv für so wenige Monate das Kurhaus-Restaurant zu übernehmen. Vor allem aber ist es ein Gewinn für das Haus, Gäste und Einwohner – und damit etwas Positives.

Wir könnten schwarzmalen, sagen, dass alles schief gehen wird: Der Förderantrag für den Neubau wird nicht rechtzeitig eingereicht oder das Geld nicht fließen. Auch im zweiten Anlauf wird Bad Bevensen kein gutes Händchen bei der Architektensuche haben. Das Ergebnis wäre: Bad Bevensen steht künftig ohne adäquaten Veranstaltungsort im Kurzentrum da...

Doch das wäre Schwarzmalerei: Beim Fusionsprozess hat die Stadt gezeigt, dass komplizierte Abläufe in kurzer Zeit möglich sind. Bad Bevensen positioniert sich, schärft sein touristisches Profil. Mit dem Touristischen Dienstleistungszentrum wurde eine unumstrittene Position geschaffen, von der die Region und damit Bevensen profitieren kann. Ideen für die Überbrückung der Talsohle 2014/2015, wenn das alte Kurhaus abgerissen und das neue im Bau ist, liegen in den Schubladen.

Es wird eine große Anstrengung und das Kurhaus kann sich zum Desaster für Bad Bevensen entwickeln – mit Strategie, Sachverstand und Schultern, die zusammen stehen, kann es aber auch eine Erfolgsgeschichte werden und Bevensen die touristische Zukunft sichern.

wiebke.bruett@az-online.de

Rubriklistenbild: © Philipp Schulze / phs-foto.de

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