Staatsanwaltschaft wirft neun Angeklagten Bandendiebstahl vor

Kupferdiebe vor Gericht

Ermittler der Polizei waren im Februar den Buntmetalldieben auf die Spur gekommen und hatten deren Diebesgut beschlagnahmt – darunter jede Menge Kupfer. Foto: Polizei

ib Uelzen/Lüneburg. Ein bedeutender Schlag gegen eine internationale Täterbande, sogenannte professionelle Buntmetalldiebe, war der Landes- und Bundespolizei sowie der Staatsanwaltschaft Lüneburg nach mehrwöchigen intensiven Ermittlungen Mitte Februar dieses Jahres gelungen:

Nach einem versuchten Kupferdiebstahl auf dem Gelände eines Betriebs im Gewerbegebiet Im Neuen Felde in Uelzen, den Zeugen in der Nacht zum 11. Februar beobachtet hatten, konnten Einsatzkräfte der Polizei Uelzen sowie der Bundespolizei insgesamt zwölf Männer und eine Frau auf frischer Tat stellen und festnehmen.

Gegen acht dieser Kupferdiebe und einen weiteren Mann, der im Mai in Hamburg festgenommen worden war, wird im August der Prozess vor dem Landgericht Lüneburg beginnen. Die Staatsanwaltschaft wirft den Angeklagten Bandendiebstahl vor. Es ist der erste große Prozess dieser Art in der Region und einer der größten in Deutschland.

Wie berichtet, hatten Ermittler der Bundespolizeiinspektion Kriminalitätsbekämpfung Hamburg und der Polizeiinspektion Lüneburg/Lüchow-Dannenberg/Uelzen seit Dezember vergangenen Jahres erstmalig in einer überregionalen gemeinsamen Ermittlungsgruppe zusammengearbeitet, nachdem sich Buntmetalldiebstähle, vor allem bei der Deutschen Bahn, seit Herbst 2012 gehäuft hatten. Nach dem Ermittlungserfolg in Uelzen durchsuchten mehr als 100 Einsatzkräfte insgesamt elf Wohnungen und Nebengebäude einer serbisch-slowenischen Tätergruppe in Hamburg. Dabei stellten die Ermittler umfangreiches Beweismaterial sicher, wie unter anderem Kontounterlagen, Belege und Werkzeuge. Außerdem beschlagnahmten sie damals unter anderem acht zum Teil hochwertige Fahrzeuge der Marken Mercedes, Audi, Opel und VW, Mobiltelefone, Laptops, Kameras, Armbanduhren und Bargeld in Höhe von mehr als 10 000 Euro. Neben den Beamten der „Gemeinsamen Ermittlungsgruppe Bahnhof“ kamen in der Nacht auf den 11. Februar und an dem darauffolgenden Morgen mehr als 200 Beamte zum Einsatz.

Der serbisch-slowenischen Tätergruppe im Alter zwischen 23 und 43 Jahren aus dem Raum Hamburg werden mehr als 15 Buntmetalldiebstähle und Einbrüche im großen Stil im norddeutschen Raum vorgeworfen. Der Prozess vor dem Lüneburger Landgericht beginnt am 8. August um 9.15 Uhr.

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