1. az-online.de
  2. Uelzen
  3. Stadt Uelzen

Venuskogge im Bronze-Meer: Kunstwerk nimmt Form an

Erstellt:

Von: Norman Reuter

Kommentare

Venuskogge in der Werkstatt von leben leben
Auf dem Anhänger wird das Frauenkunstwerk zum Bronzebeschichter nach Fürstenzell bei Passau gefahren.  © Privat

Vor einem Jahr, im Oktober 2021, spricht sich der Rat der Hansestadt Uelzen für die Vernuskogge als Frauen-Kunstwerk aus, das an der Kreuzung am Alten Rathaus aufgestellt werden soll. Bis heute ist der Platz leer. Aber die Venuskogge hat bereits Form angenommen.

Uelzen – Als im Oktober 2021 der Rat der Hansestadt Uelzen zusammenkommt, mehrheitlich für die „Venuskogge“ votiert, endet eine mehr als zwei Jahre andauernde, mitunter aufreibende Suche nach einem Kunstwerk für die Kreuzung am Alten Rathaus. Mit der Auswahl erhält Claus Kobernuß, Schöpfer der Venuskogge, den Auftrag, das von ihm erarbeitete Konzept umzusetzen. Ein weiteres Jahr ist jetzt ins Land gegangen, ohne dass die Venuskogge in der Innenstadt zu finden wäre. Koßbernuß sagt aber: „Wenn es gut läuft, wird sie noch in diesen Monat fertig.“

Sie hat Form angenommen, wiegt inzwischen gut 340 Kilogramm, wie Kobernuß der AZ berichtet. Am Ende wird sie wohl gut 400 Kilogramm auf die Waage bringen. Die Venuskogge ist als Kunstwerk zwei in einem – sie verbindet das Venussymbol für Frauen mit der in der Hanse-Zeit bedeutsamen Kogge als Transportmittel für Handelswaren.

Tansportiert worden ist die Venuskogge zuletzt noch selbst. Beziehungsweise der in den zurückliegenden Monaten entstandene Rahmen aus Stahl, der formgebend ist. Von der Seite betrachtet, erinnert das Kunstwerk an die Kogge mit Schiffsrumpf und Mast. Von vorn zeigt sich mit dem aufgesetzten Ring das Venussymbol, den Spiegel. Es steht für Frauen – „egal welcher Herkunft, welchen Standes, welchen Alters, welcher Hautfarbe, welcher sexuellen, wirtschaftlichen, politischen oder sonstigen Identität“, so hat es Kobernuß in seinem Konzept erklärt.

In Fürstenzell bei Passau erhält der Rahmen in diesen Tagen eine Bronzebeschichtung. „Das Unternehmen dort hat ein Verfahren dafür entwickelt“, erklärt Kobernuß. Er selbst hat den Rahmen nach Bayern gefahren – „nach einem spannenden Moment“, wie er sagt.

Der Rahmen hat mit Unterbau, der in den Boden eingelassen wird, eine Höhe von gut 2,30 erreicht. Damit stellte sich die Frage, ob er noch durch die Türen und Tore der Werkstätten von „Leben leben“ – Kobernuß ist dort Ausbilder – passt. Knapp zwei Zentimeter Luft seien noch geblieben, erzählt er.

Einzelne Elemente sind in den Werkstätten von „Leben leben“ entstanden, beim Biegen des Stahls oder jetzt beim Beschichten, greift Kobernuß auf Unternehmen zurück, die helfen. Die Recherche, die Kontakte – das alles, beschreibt er als einen lehrreichen Prozess. „Man lernt Leute kennen, die einem sonst nie begegnet wären.“

So aufreibend wie die Suche nach dem richtigen Kunstwerk für Uelzen selbst, so aufreibend wird aber auch das Fertigen – die Preise für Materialien und Betriebe sind in den zurückliegenden Monaten gestiegen. „Aber es ist gelungen, im Kostenrahmen zu bleiben. Als Kosten für die Venuskogge sind 35 000 Euro im vergangenen Jahr angesetzt worden.

Ist der Rahmen mit Bronze beschichtet, ist noch das Eichenholz als Deck einzusetzen. Es dient dann als Lehne und Sitzfläche. Denn auch das ist die Venuskogge: Ein Platz zum Verweilen und Hinsetzen.

Wenn sie in diesem Monat fertig werden sollte, wie schnell wird sie dann aufgestellt? Die Hansestadt Uelzen erklärt: Frühestens 14 Tage nach Fertigstellung könne die Venuskogge aufgestellt werden. „Diese Vorlaufzeit wird benötigt, um das Fundament fertigen zu lassen“, so Stadtsprecherin Sandy Naake.

Schöpfer Claus Kobernuß hat einen Wunsch: Dass sie noch vor der Adventszeit am Alten Rathaus steht, damit sie beim allabendlichen Öffnen der Kalenderfenster bereits gesehen und genutzt werden kann. Denn er findet: „Es ist doch großartig, wenn Kunst erlebbar ist.“

Auch interessant

Kommentare