Betriebsausschuss befasst sich erneut mit vermeintlich enger Ausschreibung

Vor dem Alten Rathaus in Uelzen: Kunstwerk statt Frauenstatue?

Der Bereich vor dem Alten Rathaus in Uelzen, auch Uelzens Fußgängerzone ist zu sehen.
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An dieser exponierten Stelle zwischen Bahnhofstraße, Lüneburger Straße, Gudesstraße und Veerßer Straße soll die Frauenstatue – oder ein „Kunstwerk“ – auf einer elf Quadratmeter großen Fläche stehen.
  • Lars Becker
    vonLars Becker
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Uelzen – Die geplante Frauenstatue am Alten Rathaus hat Politik und Verwaltung in Uelzen erneut beschäftigt, obgleich die auf einem SPD-Antrag basierende und im November 2020 schon einmal erweiterte Ausschreibung – nicht mehr zwingend aus Bronze – bereits seit Januar läuft und am Freitag, 23. April, endet.

In der Sitzung des Betriebsausschusses Kultur, Tourismus und Stadtmarketing (KTS) wurde die Statue am Dienstag wieder zum Thema, als der Erste Stadtrat Florian Ebeling unter dem Punkt „Berichte des Bürgermeisters“ das Wort ergriff.

Hier erläuterte er, dass sich die Stadtverwaltung abermals mit der Ausschreibung befasst habe, nachdem Petra Vollmer, Vorsitzende des Bundes Bildender Künstler (BBK) Uelzen, in der AZ Kritik an zu engen Vorgaben geäußert hatte. Allein, dass es sich um eine Frauenstatue handeln solle, schließe viele denkbare Umsetzungen der künstlerischen Arbeit aus, hatte Vollmer vor sechs Wochen betont. „Diese Kritik haben wir zum Anlass genommen, Kontakt aufzunehmen zur Jury-Vorsitzenden Prof. Dr. Beate Söntgen von der Leuphana-Universität Lüneburg. Auch sie sieht eine Einschränkung der künstlerischen Freiheit. Deshalb könnte man dem Anliegen des BBK folgen und die Ausschreibung öffnen – von Frauenstatue hin zu Kunstwerk“, so Ebeling. Dabei müsse man die bereits verstrichene Zeit seit Ausschreibungsbeginn ans geplante Ende wieder anhängen, damit alle Künstler identisch viel Zeit hätten.

Für die SPD befürworteten Kristina Nenke und Fred Müller, den ausgerufenen Ideenwettbewerb wie ausgeschrieben fortzusetzen. Silja Eichmann-Bartels und David Kipry (CDU) wollten die Angelegenheit zunächst mit in die Fraktion nehmen, wo es mit Blick auf die Frauenstatue ohnehin schon „ein Grummeln gegeben“ habe.

Nachdem KTS-Betriebsleiter Alexander Hass ausgeführt hatte, dass ein halbes Dutzend Vorschläge sowie Nachfragen aus dem gesamten Bundesgebiet eingegangen seien, schlug Bürgermeister Jürgen Markwardt vor, es bei der Ausschreibung zu belassen.

Erweiterung erst bei zweiter Ausschreibung

„Ohne Sachgrund eine Ausschreibung zurückzunehmen, ist rechtlich schwierig. Wir haben einen Beschluss, den setzen wir um. Dann schauen wir uns die Kunstwerke an – vielleicht finden wir etwas für diesen exponierten Ort in der Stadt. Wenn wir aber der Meinung sind, dass das nicht unseren Vorstellungen entspricht, dann ist es uns freigestellt, eine zweite Ausschreibung zu machen und diese inhaltlich zu erweitern.“ Diesem Vorschlag folgte der Ausschuss.

Die Jury soll dem Betriebsausschuss drei Frauenstatuen vorschlagen. Die besten Ideen werden mit 5000, 2500 und 1000 Euro gewürdigt. Für die Umsetzung sind 40.000 Euro eingeplant. Bis zum Sommer sollte der Rat entscheiden, bis Herbst das Projekt umgesetzt sein. Eigentlich...

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