Kunst an den Schienen

Uelzen/Landkreis. Etwa 300 Eisenbahnkilometer liegen zwischen Hamburg und Kassel. Entlang dieser Strecke sollen im kommenden Jahr 31 Bahnhöfe zu Anziehungspunkten für kulturelle Veranstaltungen werden. „Kunstschiene“ heißt das von der Metropolregion Hannover, Braunschweig, Göttingen, Wolfsburg geplante Projekt.

Eine der Hauptattraktionen dabei soll der Uelzener Hundertwasser-Bahnhof sein, dessen zehnter Geburtstag am morgigen Sonntag gefeiert wird. Aber auch zwei weitere Bahnhöfe aus dem Landkreis können sich an dem Kunstfestival beteiligen: Bienenbüttel und Bad Bevensen.

Raimund Nowak

„Bahnhöfe sind mehr als Zughaltepunkte“, sagt Raimund Nowak, Geschäftsführer der Metropolregion und Leiter des Projekts. „Die Kunstschiene macht Bahnhöfe zum zentralen Ort der modernen Mobilität.“ Nowak scweben vielfältige kulturelle Aktionen im Umfeld der Bahnhöfe, in den Gebäuden selbst, aber auch in den Zügen vor: Konzerte, Kunstausstellungen, Theateraufführungen, Lesungen, Filmvorführungen, Fotoschauen oder die Präsentation historischer Werbung. „Der Aufenthalt in Bahnhöfen zwischen Hamburg und Kassel soll wieder attraktiv und die Zugfahrt zum angenehmen Kulturerlebnis werden“, erklärt Nowak. Zudem sollen im Rahmen von „Kunstschiene“ einige der 31 Bahnhöfe renoviert oder neu gestaltet werden. So plant zum Beispiel die Stadt Celle die Umwandlung ihres Bahnhofs in eine Lichtkunst-Attraktion.

Dagegen sind im Hundertwasser-Bahnhof keine größeren Umbauten vorgesehen, schließlich sei dieser „einer der schönsten Bahnhöfe der Welt“, so Nowak. Es reiche aber nicht aus, ihn nur als Architekturprojekt anzubieten. „Der Bahnhof muss auch dauerhaft als Kulturstätte bespielt werden und Attraktionen für Menschen aus dem weiteren Umfeld bieten. Und er braucht eine gute Gastronomie“, betont der Projektleiter.

Für die Bahnhöfe in Bienenbüttel und Bad Bevensen seien hingegen eher zeitlich begrenzte Kunstaktionen interessant, meint Nowak. „Sie haben dadurch die Chance, Aufmerksamkeit zu erzielen und zu zeigen, dass es sie überhaupt gibt.“ Wichtig sei, dass sich alle Bahnhöfe bei dem Projekt einbringen. Nowak will jetzt unter anderem beim Verein „Bahnhof 2000 Uelzen“, der Stadtverwaltung, der Deutschen Bahn und dem Eisenbahnunternehmen Metronom für die „Kunstschiene“ werben.

Von Bernd Schossadowski

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