St. Marien: Endspurt bei der Sanierung des Kirchturms

In Kürze fallen die Hüllen

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Uelzen. Strahlendes Licht, frohlockende Klänge erfüllen dieser Tage bei den Uelzener Musiktagen das Innere, doch das äußerliche Strahlen von St.

Marien ist zurzeit nicht sichtbar: Seit dem Spätsommer 2010 ist „der erhobene Zeigefinger Gottes“, wie Alt-Propst Hans-Wilhelm Hube den Kirchturm einmal augenzwinkernd genannt hat, eingerüstet und verhüllt. Und die Sanierungsarbeiten, die dahinter stattfinden, ziehen sich weiter hin. Voraussichtlich Ende dieses Jahres, hofft St. Mariens Küster Willy Strothmann, kann der Kirchturm wieder in neuer Pracht strahlen.

„Wir hatten geplant, in einem Jahr fertig zu sein mit der Sanierung des Mauerwerks“, sagt Strothmann. Doch die Baumängel, die anfangs einen Anteil von etwa 20 Prozent des Turms ausmachten, sind größer als erwartet: Etwa an der Hälfte des Kirchturms müssen jetzt die Mauersteine erneuert werden.

„Allein das Verfugen hätte nichts gebracht“, sagt der Küster. Denn die Schäden sitzen tief. So hatten eiserne Ringanker, die sozusagen das Korsett für St. Mariens Turm bilden, angefangen zu rosten. Das sich damit ausdehnende Eisen hatte wiederum das Mauerwerk abgesprengt. Und von den rostenden Ringankern, so hat sich im Laufe der Sanierung herausgestellt, sind mehr eingebaut worden als anfangs gedacht. „Vor allem im oberen Turmbereich“, weiß Küster Strothmann, denn dort muss das Gemäuer besonders gestützt werden: Die Kirchenglocken sind nämlich nicht allein durch ihr Gewicht eine enorme Belastung für die rund zwei Meter dicken Kirchturmmauern, sondern auch durch ihr Schwingen.

Die eisernen Ringanker waren einst mit gemauerten Schmuckbändern umlegt worden. Was bedeutet, dass für die herausgenommenen Schmucksteine neue gefertigt werden mussten. Und das wiederum, so Willy Strothmann, hat ebenfalls Zeit gekostet. Auch die anfangs geplanten 460 000 Euro Sanierungskosten sind nicht mehr zu halten. Wohl 750 000 Euro wird das Landeskirchenamt in Hannover nun finanzieren müssen.

Am 25. Juni soll das Gerüst ganz oben abgebaut werden, etwa bis Kirchendach-Höhe. Dann werden an der West- und Nordseite der Kirche die Säulen saniert, die den Turm tragen. „Natürlich“, sagt Strothmann, „uns sind die Kosten davon gelaufen. Aber es muss vernünftig gemacht werden, damit es für die nächsten hundert Jahre hält.“

Von Ines Bräutigam

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