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Das Künstler-Ensemble „Das letzte Kleinod“ gastiert am Bahnhof in Uelzen

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Von: Theresa Brand

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der ozeanblaue Theaterzug
In diesem Zug reisen die Künstler durch Deutschland und Europa. In sieben Waggons wird Theater gespielt. © Privat

Ein ozeanblauer Zug, in dem die Schauspieler nicht nur durch das Land reisen, sondern in dem sie auch wohnen und auftreten: Die Künstlergruppe „Das letzte Kleinod“ macht mit ihrem derzeitigen Projekt auch Station in Uelzen.

Uelzen – Ein ozeanblauer Zug, über 100 Meter lang, bewegt sich durch Deutschland und Europa, hält an ausgewählten Orten für einige Tage und fährt dann weiter. Was verbirgt sich dahinter? Seit 30 Jahren gehen die Künstler des Theaters „Das letzte Kleinod“ immer wieder mit den restaurierten Eisenbahnwagen auf Reisen, um dokumentarische Theaterstücke zum Besten zu geben.

Mit ihrem neuen Projekt „Amerikalinie – Eisenbahntheater über Auswanderung“ macht die Künstlergruppe Station in Uelzen. Wenn gerade keine Tournee stattfindet, steht der Zug am historischen Bahnhof von Geestenseth. Von dort soll es im August losgehen zum ersten Aufführungsort in Stützerbach. Am 24. und 25. September macht der Zug dann Halt am Bahnhof in Uelzen.

„Der Zug ist unsere logistische Basis“, erklärt Ulrike Marski, Dramaturgin des Ensembles, im AZ-Gespräch. In ihm wohnen, leben und treten die Künstler in den nächsten drei Monaten auf engstem Raum zusammen auf. Die Theateraufführungen finden in sieben der Waggons statt. In jedem von ihnen zeigen jeweils ein oder zwei Schauspieler Szenen, die etwa zehn Minuten dauern. „Die Besucher gehen in kleinen Gruppen von Waggon zu Waggon und sehen so insgesamt sieben Sequenzen“, beschreibt Marski. Das Thema der Tour ist die Geschichte der Auswanderer, die aus dem ganzen Land mit Zügen bis nach Bremerhaven gebracht wurden, um von dort den Weg übers Meer nach Amerika zu wagen. Ziel der Theaterreise ist der historische Columbus-Bahnhof in Bremerhaven, in dem die Abschlussaufführungen stattfinden sollen.

Doch bis dahin wartet eine aufregende Zeit auf die Künstlergruppe: „Es ist ein bisschen wie Camping“, beschreibt die Dramaturgin das Leben im Zug. „Man ist viel unterwegs, wenn es draußen warm ist, wird es im Zug unfassbar heiß – oder eben unfassbar kalt, wenn es draußen kalt ist.“ Rund 20 Personen sind dabei, die in 16 Kabinen und drei Tiny Houses im Zug wohnen. Dazu kommen ein Theaterstudio, ein Büro, Werkstätten und ein Güterwaggon für Theatertechnik.

Die Vorstellungen des „Letzten Kleinods“ erzählen die Geschichten der Spielorte und ihrer Bewohner. Die Stücke entstehen meist aus mündlichen Überlieferungen, in diesem Fall von Angehörigen der damaligen Auswanderer. Das Theater sucht meist internationale Themen, bei denen die regionale Geschichte in Bezug zu anderen Teilen der Welt steht. Um einen regionalen Bezug herzustellen, rufen die Künstler zum Mitmachen auf. „Wir suchen Menschen aus Uelzen und Umgebung, die Lust haben, mit uns hier vor Ort zu spielen und zu singen“, sagt Marski. Voraussetzungen gibt es keine. Wer Interesse hat, kann sich gerne melden (siehe „Zum Thema“). Natürlich wird vorab geprobt: „Wir wollen eine Art Chor aus Einheimischen bilden, die mit uns etwas einstudieren.“

Der ozean-blaue Zug hält am 24. und 25. September am Hundertwasser-Bahnhof in Uelzen. Wer Interesse hat, bei den Aufführungen mitzuspielen, kann sich bei Ulrike Marski unter (01 77) 5 99 86 10 melden. Weitere Informationen sowie Tickets gibt es auf www.das-letzte-kleinod.de.

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