Mit einem außergewöhnlichen Projekt will der Landkreis Uelzen Facharbeiter gewinnen

Kümmern auch um die Familien

Freizeitmöglichkeiten gibt es viele im Kreis Uelzen – Neubürger sollen sie künftig aus einer Hand erfahren.

Uelzen. Viele Unternehmen im Landkreis Uelzen suchen händeringend Fachkräfte – und wenn sie welche gefunden haben, ist deren Verbleib in der Heide nicht unbedingt sicher. Denn oftmals fühlen sich die Familien der neuen Arbeitskräfte nicht wohl in ihrer neuen Umgebung.

Für manche Arbeitnehmer ist das sogar Anlass, wieder wegzuziehen.

Dem will der Landkreis Uelzen jetzt vorbauen: Bei der Kreisverwaltung sollen so genannte „Kümmerer“ gezielt die Familienmitglieder von Zugezogenen betreuen.

Das reiche von der Kindergartensuche über die Arbeitssuche für den Lebenspartner bis hin zur Gestaltung der Freizeit, erläuterte gestern Marlis Kämpfer, Leiterin der Wirtschaftsförderung „Uelzen aktiv“. Denn man könne sich als strukturschwache Region einfach nicht leisten, „dass uns die Arbeitskräfte hier fehlen, weil deren Lebenspartner nicht richtig angekommen sind“.

Diese „Servicestelle Kümmerer“ ist nur ein Baustein eines Gesamtkonzeptes. Mit einbezogen ist auch die Kreisvolkshochschule. Sie startet nach Ostern einen Kursus „Einsteiger Landkreis Uelzen“, in dem es viele Anregungen und Ideen gibt. „Und auch die Bürgermeister der einzelnen Gemeinden arbeiten mit“, betont Kämpfer.

Das Projekt „Kümmerer“ war eines von fünfen, mit denen sich der Landkreis für das Modell „LandZukunft“ beworben hatte. Von 17 Bewerbern wurden vier ausgewählt, Uelzen war letztlich nicht darunter (AZ berichtete). 1,8 Millionen Euro gibt es für jeden der vier Gewinner. „Wir sehen es sportlich, dass wir nicht darunter sind“, sagt Kämpfer. Allein schon die Beteiligung an dem Wettbewerb hätte dem Landkreis eine Menge gebracht: „Das war ganz wichtig für die Vernetzung in verschiedensten Bereichen.“ Der Kreis sehe die Chance, einen Teil der Projekte jetzt auch ohne die Förderung zu realisieren – wie das „Kümmerer-Vorhaben“. Die Umsetzung sei angesichts fehlender Zuschüsse natürlich nicht „ganz so komfortabel“, so die Wirtschaftsförderin. „Aber manches kann man auch ohne Fördergelder hinkriegen.“

Und einen kleinen Hoffnungsschimmer gebe es ja noch: So habe Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner Sonderpreise in Aussicht gestellt. „Vielleicht haben wir da ja etwas mehr Glück“, hofft Marlis Kämpfer.

Von Thomas Mitzlaff

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