Krumböhmer will, Nowak auch

Jürgen Krumböhmer

Uelzen/Landkreis -Von Marc Rath. Zuletzt herrschte nach ersten Gesprächsrunden Sprachlosigkeit zwischen SPD und Grünen beim Thema Landratskandidat. In diesen Tagen greifen beide Seiten jedoch wieder zum Telefonhörer – allen voran die beiden Bewerber Jürgen Krumböhmer (SPD) und Raimund Nowak (Grüne).

Angesichts der politischen Großwetterlage wittern beide Parteien Siegchancen selbst im ländlichen Raum. „Auch die Verhältnisse in Hamburg werden uns Rückenwind verschaffen“, hofft etwa Krumböhmer. Der Erste Kreisrat aus Lüneburg sieht sich durch seine parteiinterne Nominierung nunmehr in der Lage „eine aktivere Rolle zu spielen“. So plant er derzeit eine Vorstellungstour durch die Ortsvereine. Der 50-jährige Verwaltungsjurist ist sich bewusst, dass er an mehreren Fronten kämpfen muss – auch parteiintern: „Ich will die SPD im Landkreis zusammenführen – soweit ich das kann“, lässt er durchaus Kritik an der Führungsspitze durchschimmern.

Bei einigen Sozialdemokraten ist die Kandidatur des ehemaligen Grünen-Landesvorsitzenden und Hundertwasser-Bahnhof-„Miterfinders“ Nowak eine ernstzunehmende Alternative zu Krumböhmer. Allen voran beim Vorsitzenden der SPD-Kreistagsfraktion, Jacques Voigtländer. „Mich erreichen viele Stimmen aus der SPD, die mich gerne aufstellen wollen“, sagt Raimund Nowak selbstbewusst.

Die Nerven sind durchaus angespannt. Auf beiden Seiten werden in diesen Tagen Gerüchte gestreut. SPD-Spitzenkräfte im Landkreis etwa verbreiten „Informationen aus Hannover“, wonach Nowak überhaupt nicht an einer Kandidatur interessiert sei. Der Grüne kontert gegenüber der AZ: „Ich will gemeinsamer Kandidat werden. Wenn ich das werde, trete ich natürlich an. Alles andere wäre ein Treppenwitz der Geschichte.“

Inzwischen ist auch die Landesebene beider Parteien eingeschaltet. Wen Hinweise aus Hannover mehr befördern werden, wird an der Uelzener Basis unterschiedlich interpretiert. Denkbar sind etwa politische Tauschgeschäfte nach dem Motto „Wenn Ihr hier nicht kandidiert, treten wir dort nicht an oder unterstützen Euch in X-Stadt.“ Möglicherweise winkt demjenigen, der hier zurückzieht auch ein anderes politisches Ticket.

Der grüne Kreisvorstand wird am heutigen Sonnabend sein weiteres Vorgehen beraten. Nowak ist wichtig, dass „jetzt ausgelotet wird, ob ein gemeinsamer Kandidat von Grünen und SPD möglich ist“. Er würde sich dazu auch gerne in der SPD vorstellen.

„Seite an Seite mit Raimund Nowak“ will Jürgen Krumböhmer ein Verfahren finden, das einen gemeinsamen Kandidaten beider Parteien möglich macht. „Wir ziehen an einem Strang – und zwar von der gleichen Seite“, ist er nunmehr überzeugt.

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