Täter aus Metalldiebesbande vom Amtsgericht zu Bewährungsstrafe verurteilt

Kronzeuge packt aus

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Mehrere Tonnen Buntmetall haben die Diebe im norddeutschen Raum gestohlen. Einer von ihnen war an zwei Taten und zwei Versuchen beteiligt und wurde nun vom Amtsgericht auf Bewährung verurteilt.

Uelzen. Neun Metalldiebe stehen in Lüneburg vor dem Landgericht – gegen ein zehntes Mitglied der Diebesbande wurde gestern vor dem Uelzener Schöffengericht verhandelt.

Der 29-Jährige aus Hamburg war an zwei Diebstählen und zwei versuchten Taten im Januar und Februar in Firmengebäuden und Lagerhallen in Niedersachsen und Schleswig-Holstein beteiligt. Da er sich nach einem Einbruch in Uelzen im Februar widerstandslos festnehmen ließ, gegenüber den Ermittlern auspackte und auch den Namen eines weiteren Bandesmitglieds preisgab, wendete das Schöffengericht die Kronzeugenregelung an. Er erhielt somit eine Strafmilderung und wurde wegen bandenmäßigen Diebstahls von Metall zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und acht Monaten auf Bewährung verurteilt. Zudem muss er 500 Arbeitsstunden in einer gemeinnützigen Einrichtung leisten. Im Verfahren gegen die weiteren neun Angeklagten vor dem Landgericht Lüneburg, für die bis Dezember 22 Verhandlungstage angesetzt sind, wird er voraussichtlich als Zeuge benannt.

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Und: Zweiter Anlauf auf Serbisch

In einem Café nahe der Reeperbahn in Hamburg sei der 29-Jährige vom mutmaßlichen Kopf der Bande darauf angesprochen worden, ob er sich „ein paar hundert Euro verdienen will“. Über die Taten sei er dann jeweils kurzfristig vorher informiert worden. Die Täter, fast alle serbischer Herkunft, seien auch in einer Firma eingebrochen, in der „der kleine Bulgare“, wie der 29-Jährige das mutmaßliche Oberhaupt nannte, zuvor gearbeitet habe.

Bei einem Einbruch im schleswig-holsteinischen Ellerau im Januar habe die Bande große Beute gemacht: 20 Tonnen Kupferkabel und unter anderem fünf Gitterboxen mit Kabelresten sollen die Männer gestohlen haben. Der 29-Jährige hat geholfen, das Diebesgut auf ein Fahrzeug zu heben, gestand er im Amtsgericht, nach dem Verkauf des Buntmetalls wurden ihm 2000 bis 2500 Euro zugeteilt. Wenige Tage später, nach dem Diebstahl von unter anderem rund 3200 Kilogramm Kupferdrahtkabel in Northeim, habe er rund 1500 Euro aus dem Verkaufserlös erhalten.

An zwei weiteren Tagen sei die Bande während der Taten in Büttel und bei einem Betrieb im Gewerbegebiet Im Neuen Felde in Uelzen gestört worden. Einsatzkräfte der Polizei und der Bundespolizei hatten sie in Uelzen gestellt. Außer dem 29-Jährigen habe lediglich ein weiterer Täter Angaben zu den Vorwürfen gemacht, so die Staatsanwältin. Im Gegensatz zum 29-Jährigen sind die anderen wegen acht bis 21 Taten im norddeutschen Raum angeklagt.

Von Diane Baatani

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