Fast 1,7 Millionen Euro für Uelzens Grünflächen / Politiker fordern Überarbeitung

Kritik an teuren Kreiseln

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Dass die Kreisverkehre in Uelzen zu aufwändig angelegt sind, kritisieren Mitglieder des Stadtplanungsausschusses. Pflanzen, die weniger Pflege benötigen, oder auch mehr Patenschaften regt die CDU/Grüne/UWG-Gruppe an.

Uelzen. Wer die Stadt Uelzen erreicht, sieht es sofort: Die Kreisverkehre etwa an der Johnsburg oder an der Esterholzer Straße, heißen die Autofahrer mit üppigen Blumenbeeten willkommen.

Für die Pflege dieser Kreisverkehre und aller Grünstreifen und Parkanlagen, die der Stadt gehören – insgesamt rund 170 Hektar – zahlt die Stadt jährlich fast 1,7 Millionen Euro. Ob dieser Betrag gerechtfertigt ist, angesichts leerer Haushaltskassen, wollte die CDU/Grüne/UWG-Gruppe des Stadtrates wissen. Sie beantragte, eine kostengünstigere Grünflächenpflege durch mehr private Paten zu prüfen. Im Gegenzug könnte die Stadt etwa Werbeschilder dieser Paten auf den jeweiligen Beeten genehmigen.

Im vergangenen Jahr wurden rund 60 Prozent der städtischen Grünflächen durch die Mitarbeiter der Betrieblichen Dienste gepflegt, erklärte Baudezernent Karsten Scheele-Krogull auf der Sitzung des Ausschusses für Stadtplanung, Umweltschutz und Bauen. „Wir möchten gerne wieder in Richtung 80 Prozent.“

CDU-Ratsherr Dieter Schwutke kritisierte die Arbeiten der Mitarbeiter etwa am Holdenstedter Kreisel. Warum das abgeschnittene Strauchholz erst abgefahren werde, anstatt es direkt vor Ort zu schreddern und kostensparend als Mulch auf dem großen Beet wiederzuverwenden, leuchte ihm nicht ein. Das beratende Ausschussmitglied Uwe Böker riet dazu, bestimmte Anlagen wie etwa Grünstreifen vor dem Friedhof an der Scharnhorstraße ganz zu entfernen und stattdessen für Parkplätze freizugeben.

Bernd Ebeling (Grüne) monierte den Einsatz von Unkrautbekämpfungsmitteln. An der Johnsburg beispielsweise seien durch Herbizide „auch andere Pflanzen totgespritzt worden“. Oder über den Parkplatz eines Supermarktes an der Celler Straße sei nach der Arbeit mit Pflanzenschutzmitteln eine Wolke gezogen, so Ebeling. „Wenn man das macht, dann sollte man das schon vernünftig machen.“ So empfahl er auch angesichts der Sparvorgaben der Stadt, „in den Kolonnen Druck zu machen“. Kein Herbizid in Flächen, die schon blühen und nicht an Rändern der Beete, die man anfassen kann, forderte auch Grünen-Ratsherr Karl-Heinz Schmäschke.

Auch ein Anwohner aus Wieren kritisierte in der Sitzung die teuer bepflanzten Kreisverkehre. „Ich bin erstaunt, mit welchem Aufwand diese Kreisel angelegt sind.“ Es gebe auch günstigere und pflegeleichtere Bepflanzungen.

Aufträge im Rahmen von 1,4 Millionen Euro erledigten 2011 die Betrieblichen Dienste, rund 250 000 Euro gehen an private Grünflächen-Paten. „Wir hatten Probleme im letzten Winter“, erklärte Scheele-Krogull. Durch erfrorene Pflanzen habe es Lücken in den Grünflächen gegeben, zudem habe der nicht genehmigte Haushalt der Stadt die Abteilung bei der Auftragsvergabe gebremst. So sei der Aufwand anschließend umso stärker gewachsen. Die Stadt arbeite daran, preisgünstigere Möglichkeiten zu finden, aber kurzfristig könne sich eine Verbesserung nicht niederschlagen.

Der Ausschuss hat einstimmig empfohlen, über Sparmöglichkeiten bei den Grünflächen weiterhin zu beraten.

Von Diane Baatani

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