Ratsfrau und Mitstreiter: Areal „ist eine kleine grüne Lunge“

Kritik an Kita-Standort am Uelzener Emsberg

Die Hansestadt Uelzen will zusätzliche Betreuungsplätze für Kinder bis zu einem Alter von sechs Jahren schaffen – am Emsberg.
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Die Hansestadt Uelzen will zusätzliche Betreuungsplätze für Kinder bis zu einem Alter von sechs Jahren schaffen – am Emsberg.

Der vorgeschlagene Standort für die geplante Kita am Emsberg stößt auf Kritik.

Uelzen – Zu Wort melden sich die Uelzener Ratsfrau Judith Libuda (Grüne), Friedrich Kaune für den Naturschutzbund (Nabu) sowie Gabri Machini-Warneke, die im Bund für Umwelt und Naturschutz (Bund) engagiert ist, aber sich in diesem Fall privat äußert.

Die Drei begrüßen es, dass in Uelzen eine „grüne“ Kita unter Klimaschutzaspekten und mit zusätzlichen Betreuungsplätzen entstehen soll. Das sei eine „schöne Sache“, die sich gut in die Klimaschutzprojekte der Stadt einreihen könne, „wenn da nicht die völlig unökologische Standortwahl wäre.“

Entstehen soll die Kita auf einem Grundstück zwischen der Pestalozzi-Schule und der Turnhalle am Emsberg (AZ berichtete) – es handele sich um einen von wenigen naturbelassenen Plätzen in der Stadt, sagen Libuda, Kaune und Machini-Warneke. „Mit seinem kleinen Mischwald, den alten Weiden und den Teichen wäre es ein potenziell besonders schütztenwertes Biotop.“ Die Drei weiter: Mit dem Baumbestand handele es sich bei dem Areal um eine „kleine grüne Lunge“ in Uelzen und es diene seit einigen Jahren Graugänsen, Blässhühnern, Stock- und Reiherenten als Brutplatz.

Paradox sei der aktuelle Vorschlag auch deshalb, weil sowohl die Pestalozzi-Schule wie auch die Turnhalle, die sich links und rechts unmittelbar neben dem ausgesuchten Standort befinden, abgerissen werden sollen. „Hier wäre die ,grüne‘ Kita ein wirklich grünes Projekt, da bereits bebaute Fläche dafür verwendet werden könnte – ohne eine zusätzliche neue Bodenverdichtung und Naturzerstörung“, argumentieren die Drei.

Die neue Einrichtung soll die Kita an der Niendorfer Straße ersetzen, deren Sanierung unwirtschaftlich ist. Ein Wettbewerb ist für den besten Entwurf geplant. Eröffnen soll die Kita im Jahr 2023.

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