1. Folge: Eine 16-Jährige nutzt am 11. September zum ersten Mal ihr Wahlrecht

Kreuzchen für die Bildung

Der sichere Schulweg steht auf Kim Kulaczewskis persönlichem Wahlprogramm. Die 16-jährige Uelzenerin ist auf ihre ersten Kreuze vorbereitet. Foto: Baatani

Uelzen. In vier Folgen gibt die AZ einen Einblick in das Wahlverhalten von verschiedenen Uelzenern. Heute kommt eine Erstwählerin zu Wort, am Sonnabend schildert ein Nichtwähler seine Motivation.

„Wählen ist eine ziemlich gute Möglichkeit, seinen Interessen Ausdruck zu verleihen.“ Kim Kulaczewski ist seit wenigen Wochen 16 Jahre alt. Ihr Wahlrecht möchte die Schülerin des Lessing-Gymnasiums (LeG) am 11. September auf jeden Fall zum ersten Mal in Anspruch nehmen. „Wenn man nicht zur Wahl geht, dann unterstützt man auch kleine Parteien“, lautet ihr Grundsatz. Und was dann vor allem auch auf bundespolitischer Ebene passieren kann, möchte sie sich gar nicht erst ausmalen.

Die Kommunalwahl findet sie aber vor allem deshalb wichtig, weil es um Personen geht, die sie und ihren Wohnort vertreten werden. „Man kann sich von den Kandidaten im Vorfeld ein gutes Bild verschaffen und sehen, wie sie sich präsentieren“, erklärt die 16-Jährige. Deshalb ist sie auch gespannt auf die AZ-Podiumsdiskussion, die am kommenden Dienstag um 19 Uhr im Uelzener Ratssaal stattfindet. Mit ihrem Politik-Kursus wird die Elftklässlerin die Veranstaltung besuchen und die einzelnen Landratskandidaten dabei genau beobachten. „Es ist eine gute Möglichkeiten zu sehen, wie sie aufeinander eingehen“, sagt sie.

Das Thema Bildung liegt Kim Kulaczewski besonders am Herzen. Welche Standpunkte die Kommunalpolitiker vertreten und wie sie den Bereich unterstützen wollen, ist für ihre Entscheidung am 11. September ausschlaggebend. Das hängt unter anderem damit zusammen, dass sie ihr Abitur nach zwölf Schuljahren macht. „Es stört mich, dass trotzdem kein Stoff gekürzt wird“, erklärt sie und erhofft sich ein bisschen mehr Einsatz auch für Themen, die über den Landkreis hinaus gehen.

Damit verbunden ist auch ihr Interesse an der Infrastruktur. „Die Wege zur Schule“ müssen vernünftig sein, sagt die Schülerin aus Erfahrung, denn sie musste bis vor Kurzem mit dem Fahrrad von Groß Liedern zum LeG fahren. Auch der Nahverkehr steht auf ihrem persönlichen Wahlprogramm. Die aktuellen Möglichkeiten, mit der Bahn nach Lüneburg oder Hamburg zu kommen, müssen so erhalten bleiben, findet sie.

Das Freizeitangebot dürfe nicht unter Sparmaßnahmen leiden, und somit ist der Fußballerin auch die Unterstützung von Sportvereinen wichtig. „Manche Vereine kommen ein bisschen zur kurz“, kritisiert die 16-Jährige. Und die Stadtentwicklung macht ihr Sorgen. „Es ist wichtig, dass man neue Geschäfte nach Uelzen holt. Schade, wenn man sieht, wie viele Geschäfte leer stehen.“ Denn: „Wenn man groß shoppen geht, geht man nach Hamburg.“

„Ich habe schon ungefähre Vorstellungen, wer in Frage kommt“, erklärt die Gymnasiastin, die sich gerne mit ihren Eltern über Politik austauscht und auch mit ihren Mitschülern übers Wählen oder Nicht-Wählen diskutiert. Aber wer sich am Dienstag besonders gut schlägt, kann die Erstwählerin vielleicht doch umstimmen.

Von Diane Baatani

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