Kreisweit erhöht nur Weste

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Die Stadt Uelzen, hier das Gewerbegebiet Breidenbeck, hat kreisweit die zweithöchsten Hebesätze bei der Gewerbesteuer. Spitzenreiter ist Suhlendorf.

Uelzen/Landkreis. Trotz klammer Haushaltskassen bleiben die Hebesätze bei der Gewerbesteuer in rund 90 Prozent der Kommunen in Ostniedersachsen in diesem Jahr konstant. Die meisten Unternehmer bleiben also von Mehrkosten verschont. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Lüneburg-Wolfsburg bei 231 Gemeinden in ihrem Bezirk.

Jede zehnte Kommune in den Kreisen Uelzen, Lüneburg, Celle, Soltau-Fallingbostel, Lüchow-Dannenberg, Harburg, Gifhorn und in der Stadt Wolfsburg erhöht jedoch ihren Hebesatz durchschnittlich um 27 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr. Der mittlere Hebesatz im Bezirk der IHK Lüneburg-Wolfsburg steigt dadurch insgesamt um drei Prozentpunkte und liegt für das Jahr 2010 bei 354 Punkten.

Der Hebesatz bezeichnet den Faktor, mit dem der individuell errechnete Steuermessbetrag eines Unternehmens multipliziert wird. Daraus ergibt sich die Höhe der fälligen Gewerbesteuer. Diese ist die wichtigste eigenständige Einnahmequelle von Gemeinden und trägt maßgeblich zu deren Finanzierung bei.

Auch wenn der durchschnittliche Wert im IHK-Bezirk mit 354 Prozent immer noch unter dem mittleren bundesweiten Hebesatz von 435 Prozent liegt, führt er zu steigenden Belastungen einiger Unternehmen. „Insbesondere Kapitalgesellschaften, die die Gewerbesteuer nicht mit ihrer Einkommensteuer verrechnen können, leiden unter den wachsenden Hebesätzen“, berichtet IHK-Hauptgeschäftsführer Michael Zeinert. Im Gegensatz zu diesen können Einzelunternehmer und Personengesellschaften bis zu einem Hebesatz von 380 Prozent ihre Ausgaben auf die Einkommensteuer anrechnen. „Diese Praxis sollte von den Gemeinden aber nicht als Argument für die Verträglichkeit höherer Sätze aufgefasst werden“, betont Zeinert.

Die höchste Steigerungsrate im IHK-Bezirk wurde bei der Gemeinde Hanstedt im Kreis Harburg verzeichnet: Sie erhöhte den Gewerbesteuer-Hebesatz um satte 80 Punkte von 340 auf 420 Prozent. Den maximalen Hebesatz von 450 Prozent veranschlagen die Gemeinden Böhme und Rethem (Aller) im Landkreis Soltau-Fallingbostel.

Spitzenreiter bei der Gewerbesteuer im Kreis Uelzen ist Suhlendorf mit 420 Prozentpunkten, gefolgt von Uelzen mit 415. Die niedrigsten Gewerbesteuer-Sätze gibt es kreisweit in Hanstedt und Jelmstorf mit jeweils 330 Punkten. Die einzige Gemeinde, die im Kreis Uelzen ihre Gewerbesteuer in diesem Jahr erhöht hat, ist Weste – hier stiegt der Satz von 340 auf 380 Punkte.

Zum Vergleich: Der niedrigste Gewerbesteuer-Hebesatz im gesamten IHK-Bezirk liegt bei 300 Prozent – 100 Punkte über dem gesetzlichen Minimum. 15 von 231 Gemeinden beschränken sich darauf. Und es geht sogar ganz gegen den Trend: Die Gemeinde Schnega im Kreis Lüchow-Dannenberg senkte ihren Hebesatz um 20 Punkte – von 400 auf jetzt 380 Prozent.

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