Kreislandwirt Thorsten Riggert: „Wechselspiel der Temperaturen ist nicht gut“

Härtetest fürs Wintergetreide

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Gefrorene Wassertropfen: Der gestrige Eisregen und die schnelle Abkühlung machen dem Wintergetreide im gesamten Landkreis Uelzen zu schaffen.

Uelzen/Landkreis. Optimal für Wintergetreide wären Temperaturen um minus vier bis fünf Grad ohne Schnee – oder eine geschlossene Schneedecke von zehn Zentimetern. Und darauf hofft derzeit Kreislandwirt und Bauernverbands-Vorsitzender Thorsten Riggert aus Klein Süstedt.

„Zumindest wäre es wünschenswert, wenn die Temperaturen nicht so plötzlich um 25 Grad Celsius innerhalb von ein paar Woche fallen“, sagt Riggert.

Zum Wochenende drohen Temperaturen von minus sieben Grad Celsius. „Das ist der erste Härtetest für das Wintergetreide“, kündigt Riggert an. Eigentlich müssen sich die Pflanzen, die im Herbst ausgesät wurden, langsam auf den Winter umstellen. Doch das ist bei den bisherigen Temperaturen nur schwer möglich gewesen.

Die Felder sind grün, die Pflanzen aufgrund der milden Temperaturen weitergewachsen. In den Blättern befindet sich Wasser. Wenn die Gradzahlen plötzlich bis minus zehn sinken, dann frieren den Pflanzen die Blätter weg, befürchtet Riggert. Besser wäre es, wenn jetzt der Winter und der Schnee kommt – und vor allem bleibt. „Das Wechselspiel ist nicht gut“, sagt der Kreislandwirt.

Dadurch, dass der Boden gefriert und dann immer wieder auftaut, können die Wurzeln des Getreides beschädigen werden.

Besser wäre es, wenn der Boden permanent gefroren wäre. Das würde übrigens auch die Zahl der Insekten, Ratten und Mäuse reduzieren und die Bearbeitung der Felder für die Landwirte verbessern. Durch den Frost dehnt sich nämlich das Wasser im Boden aus und sprengt so die Verdichtungen im Erdreich, die bei der Ernte entstanden sind – somit wird der Boden gelockert.

300 bis 400 Euro pro Hektar haben die Landwirte bisher in ihre Wintergetreidefelder gesteckt, schätzt Riggert. Die Hälfte davon nimmt das Saatgut ein, die andere Hälfte Dünger und die Bodenbearbeitung.

„Am schlimmsten wären jetzt Temperaturen von minus 15 Grad und Ostwind ohne Schnee“, sagt der Bauernverbandsvorsitzende. Dann könne es passieren, dass die Ackerflächen keinen Ertrag mehr für die Landwirte bringen.

Von Jörn Nolting

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