CDU/FDP/RRP-Gruppe will ehemaliges Schulgelände nutzen / Schnelles Votum gefordert

Neubau des Kreishauses auf Pestalozzi-Areal?

Uelzen. Die Kreistagsgruppe aus CDU, FDP und RRP macht Druck beim Thema Kreishaus-Neubau.

Nach der Grundsatzentscheidung der Politik, ein Verwaltungsgebäude für Kreismitarbeiter an anderer Stelle neu entstehen zu lassen (AZ berichtete), fordert der Vorsitzende der Gruppe, Claus-Dieter Reese, einen „schnellen Beschluss“ zur Standortfrage: Die CDU/FDP/RRP-Gruppe favorisiert das Gelände der Pestalozzi-Schule am Emsberg in Uelzen.

Das Gebäude der einstigen Förderschule steht fast leer, nachdem Schüler mit Förderbedarf an allgemeinbildenden Schulen unterrichtet werden. Lediglich einzelne Klassen des Herzog-Ernst-Gymnasiums (HEG) werden dort noch beschult. „Für sie könnte ein Anbau am HEG-Gebäude entstehen“, argumentiert Reese. Nach Vorstellungen der CDU/FDP/RRP-Gruppe könnte in der Folge dann die Pestalozzi-Schule, ohnehin im Besitz des Kreises, einem Kreishaus-Neubau weichen. Andere Standort-Optionen für ein Verwaltungsgebäude gebe es zwar auch, aber sie seien nicht praktikabel, so Reese. Genauso wenig wie eine Nutzung des Telekom-Gebäudes an der Uelzener Bahnhofstraße, sagt der Christdemokrat mit Blick auf Kritiker eines Neubaus.

Nur bei dem vorderen Teil des Telekom-Komplexes handele es sich um einen jüngeren Bau, 40 Prozent des Bestandes seien teils älter als das Kreishaus. Das wurde 1954 fertiggestellt. Auch bei dem Telekom-Gebäude sei deshalb mit Sanierungsarbeiten in nicht unerheblicher Weise zu rechnen.

Reese und seine Kreistagsgruppe wollen keine Zeit verlieren, wenn es um den Neubau des Kreishauses geht. „Noch sind die Zinsen niedrig“, sagt der Politiker, der mit seiner Gruppe auch bereits klare Vorstellung von einer Finanzierung des Neubaus hat. 29,6 Millionen Euro soll er kosten, wie Berechnungen des Gebäudemanagements ergaben. Die Kreistagsgruppe schlägt vor, das Vorhaben nach dem Modell von öffentlichen-privaten Partnerschaften zu realisieren. „Wir suchen uns eine Firma, die das Gebäude errichtet“, umreißt Reese die Idee. Der Kreis übernehme das Gebäude mit der Nutzung und bezahle dem Projektrealisierer die entstandenen Kosten. „Die Gelder kommen aus kommunalen Krediten.“ Der Vorteil aus Sicht der Kreistagsgruppe: Mit einer Firma als Bauherrn könne das Vorhaben schneller realisiert werden und größere Kostenabweichungen seien nicht zu erwarten. „Das Unternehmen muss uns Zusicherungen zu den Kosten machen“, so Reese.

Von Norman Reuter

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