Entsorgungsfrage geklärt / Seit 2005 insgesamt 807 Flinten im Kreis abgegeben

Kostenlose Waffenabgabe

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Symbolfoto

Uelzen/Landkreis. Kreisbewohner können auch künftig legal geführte Waffen beim Landkreis Uelzen abgeben, ohne dass ihnen die Entsorgung in Rechnung gestellt wird.

Das Land Niedersachsen übernimmt die Kosten, nachdem nun die zentrale Polizeidirektion Niedersachsen eine Firma aus Munster im benachbarten Heidekreis mit der Vernichtung beauftragt hat. Bislang erfolgte die Entsorgung in Räumen in Hildesheim, die jedoch wegen der stetig wachsenden Zahl von dort zu vernichtenden Waffen im Frühjahr nicht mehr für tauglich erklärt worden waren, wie die Polizeidirektion auf Nachfrage erklärt.

Mit der Suche einer Lösung stand auch im Raum, dass die Kosten künftig für die Vernichtung der Waffen jenen in Rechnung gestellt werden, die sie abgeben. Das ist nun vom Tisch, wie eine Sprecherin des Innenministeriums gegenüber der AZ bestätigt. Die beauftragte Spezialfirma werde vom Land Niedersachsen bezahlt. Lediglich der Transport der Waffen zur Firma sei von den jeweiligen Kommunen oder Kreisen zu bezahlen. So wird es auch im Kreis Uelzen gehandhabt, informiert Kreissprecher Martin Theine. Kosten entstünden Waffenbesitzern nur dann, wenn es sich nicht um eine freiwillige Abgabe handele, sondern um eine Sicherstellung von Waffen.

Nach Amokläufen in Winnenden und Erfurt gilt in Deutschland ein schärferes Waffengesetz. Unter anderem wurden strengere Auflagen zur Lagerung der Waffen und Munition erlassen. Seit der Gesetzesnovelle wurden viele Waffen abgegeben, auch im Kreis Uelzen: Von 2005 bis heute wurden insgesamt 807 Waffen bei der Uelzener Waffenbehörde abgeben, weiß Martin Theine zu berichten.

Wenngleich die Möglichkeit der Abgabe im Kreis genutzt wird, bedeutet das nicht automatisch, dass sich die Zahl der legal geführten Waffen insgesamt verringert. Lang- und Kurzwaffen werden in Verzeichnissen, in so genannten Waffenakten, vermerkt. Martin Theine dazu: „Die Anzahl der angemeldeten Waffen ist in den vergangenen Jahren durchschnittlich gleich geblieben.“

Mitarbeiter der Waffenbehörde nehmen Gewehre, Pistolen sowie Munition im Kreishaus zu den Öffnungszeiten entgegen, nur in begründeten Einzelfällen werden Waffen bei Besitzern abgeholt, informiert Kreissprecher Theine.

Von Norman Reuter

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