Wege, Witterung und Waldbrände / Hindernis für Gefahrenabwehr

Kreis Uelzen: Viele Forststraßen im schlechten Zustand

Auch bei nasser Witterung sind die Wege im Uelzener Stadtwald befahrbar. Dies ist jedoch nicht in allen Wäldern der Fall.
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Auch bei nasser Witterung sind die Wege im Uelzener Stadtwald befahrbar. Dies ist jedoch nicht in allen Wäldern der Fall.

Uelzen/Landkreis – Der Regen der letzten Tage brachte etwas Entspannung, doch noch vor Kurzem galt in Uelzen die hohe Waldbrandstufe 4.

Das Problem dabei: Laut Markus Hecker von der Forstwirtschaftlichen Vereinigung sind viele Waldwege im Landkreis in einem derart schlechten Zustand, dass für Einsatzfahrzeuge der Feuerwehren im Brandfall kaum ein Durchkommen wäre.

„Bei uns im Stadtwald sind die Wege in einem sehr guten Zustand“, beruhigt Uelzens Stadtförster Thomas Göllner auf AZ-Anfrage. „Wir haben dieses Wegeproblem nicht.“ Zwar könne es beispielsweise bei der Abfuhr von Holz durch schwere Geräte zu Schäden kommen, doch die Hauptwege seien im Stadtwald insgesamt gut genug befestigt, um bei allen Witterungen befahrbar zu bleiben – auch durch schwere Feuerwehrautos. „Jederzeit und ganzjährig kann da mit schwerem Gerät gefahren werden“, so Göllner.

Demnach seien die Wege wichtiger Bestandteil der Waldbrandbekämpfung. Etwa 50 Prozent der niedersächsischen Wälder sind laut Göllner jedoch in privater Hand, wobei die Pflege der Wege hier den jeweiligen Gemeinden obliegt, die als Eigentümer der Wege fungieren.

„Das Problem ist, dass diese Wege sehr häufig einfache Erdwege sind“, weiß der Leiter des Forstamts Uelzen, Armin Menge – befestigt seien sie selten. Menge begründet dies mit den häufig leeren Kassen der Gemeinden, die finanziellen Mittel zur Instandhaltung würden demnach fehlen.

Eine Decke aus einem Mineralgemisch könnte die Wege stabilisieren und sie so bei jeder Witterung befahrbar machen. Durch Regen auftretendem Matsch oder tiefem Mullersand, der durch Trockenheit entsteht, könnte so vorgebeugt werden. Bei einem Weg mit 3,50 Meter Breite belaufen sich die Kosten für eine solche Decke laut Menge pro laufendem Längenmeter auf etwa 70 bis 100 Euro.

„Die Gemeinden müssen Geld in die Hand nehmen“, fordert Menge und verweist auf ein Programm des Landes Niedersachsen, das eine Förderung von bis zu 70 Prozent ermöglicht. So habe zum Beispiel die Gemeinde Suderburg schon Gebrauch davon gemacht.

Eine entsprechende Aufbereitung und Instandhaltung der Waldwege müsse geschehen, um eine ganzjährige Befahrbarkeit zu gewährleisten. Andernfalls, so der Forstamtsleiter, könnte die Feuerwehr im Einsatz behindert werden. „Dann kann die Gefahrenabwehr nicht immer sichergestellt werden.“

VON DANIEL BIELING

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