Amtsgericht verhängt Bewährungsstrafe für 53-Jährigen

Kreis Uelzen: Sexueller Missbrauch im Wald

Der Eingangsbereich des Amtsgerichts Uelzen.
+
Der 53-Jährige wurde am Dienstag vom Amtsgericht in Uelzen zu einer Bewährungsstrafe verurteilt
  • Lars Becker
    VonLars Becker
    schließen

Ein 53-jähriger Mann ist jetzt vom Amtsgericht Uelzen zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Ihm wurde sexuelle Missbrauch einer zum Tatzeitpunkt 15-Jährigen vorgeworfen. Der Täter legte gestern ein Geständnis ab.

Uelzen – Am Amtsgericht Uelzen ist gestern der auf zwei Verhandlungstage angesetzte Prozess gegen einen 53-Jährigen aus dem nördlichen Landkreis schneller als erwartet zu Ende gegangen. Nachdem er sich entgegen erster Aussagen doch noch geständig zum Vorwurf, eine zum Tatzeitpunkt 15-Jährige binnen drei Tagen im März 2020 zwei Mal sexuell missbraucht zu haben, eingelassen hatte, wurde er zu einer Bewährungsstrafe von zehn Monaten verurteilt. Die Bewährungszeit beträgt drei Jahre.

Konkret soll es laut Anklage letztes Jahr im März in einem Waldstück in Weste zum vaginalen Geschlechtsverkehr gekommen sein. Für den Prozess war die Öffentlichkeit ausgeschlossen worden, nachdem der Angeklagte Angaben zu seiner Person gemacht und die Staatsanwältin die Anklageschrift verlesen hatte.

Richterin Dr. Claudia Hagemann hatte den Vorstoß dazu unternommen, weil das Opfer minderjährig sei und weil es im Prozess um die höchstpersönlichsten Lebensumstände des Mädchens gehen werde. Kernfrage der Beweisaufnahme sollte sein, ob das Mädchen altersgerecht entwickelt ist und ob ihre sexuelle Selbstbestimmung bei den Vorfällen gegeben war. Sprich: Wusste sie, was sie tat und wollte, als sie Sex mit dem viel älteren Mann hatte?

Die Staatsanwaltschaft und Felix Ziemer (Lüneburg) als Verteidiger des Angeklagten befürworteten den Ausschluss der Öffentlichkeit ebenso wie Rechtsanwalt Stefan Hüdepohl (Uelzen) als Vertreter der Nebenklage. Hüdepohl betonte allerdings, dass der Ausschluss der Öffentlichkeit für das gesamte Verfahren sogar über seiner Vorstellung liege und dass in seiner Brust zwei Herzen schlügen. Denn das öffentliche Interesse an den schweren angeklagten Taten sei ebenso nachvollziehbar wie der Opferschutz.

Die neben dem Opfer geladenen fünf Zeugen und eine Sachverständige mussten nicht aussagen, weil es nach einem Rechtsgespräch doch noch zum Geständnis des Angeklagten über seinen Verteidiger kam. Damit musste auch das Opfer selbst nicht in den Zeugenstand. Der 53-Jährige wurde auch zu gemeinnütziger Arbeit verurteilt. Zudem wurde ihm neben den Kosten des Verfahrens ein Kontaktverbot zu dem Mädchen auferlegt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare