Ziel ist höhere Impfquote bei Minderjährigen / Bislang 266 Auffrischungsspritzen

Kreis Uelzen schickt mobiles Impfteam los

Das mobile Impfteam mit Kräften des Uelzener DRK soll sich zunächst auch verstärkt um die Impfquote bei den 12- bis 17-Jährigen im Landkreis kümmern.
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Das mobile Impfteam mit Kräften des Uelzener DRK soll sich zunächst auch verstärkt um die Impfquote bei den 12- bis 17-Jährigen im Landkreis kümmern.
  • Norman Reuter
    VonNorman Reuter
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Werden Patienten in der Arztpraxis auf eine Corona-Schutzimpfung angesprochen, mündet das längst nicht mehr in eine Injektion. Entsprechend gering ist im Landkreis Uelzen der Impffortschritt. Jetzt schickt der Landkreis ein mobiles Team los, das sich zunächst vor allem um 12- bis 17-Jährigen kümmern soll.

Uelzen/Landkreis – Es sind inzwischen überschaubare Zahlen, die zum Impffortschritt im Landkreis Uelzen gemeldet werden: Am Dienstag sind es 49 Injektionen gewesen, am Mittwoch 48. Und gestern 143. Die Aufgabe der Corona-Schutzimpfungen im Landkreis kommt zurzeit den niedergelassenen Ärzten zu, nachdem das Impfzentrum schloss (AZ berichtete). „Tatsächlich ist es so, dass es schwierig ist, noch Bürger bei Gesprächen in Praxen zu motivieren, sich impfen zu lassen“, sagt Detlef Haffke, Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) gegenüber der AZ.

Für gewöhnlich sprechen die Mediziner ihre Patienten auf eine Corona-Impfung an, ist eine solche noch nicht in den Akten vermerkt. Die Ärzte klärten auf, wenn es Vorbehalte gebe, so Haffke. „Das sind längere Gespräche“, die längst nicht mehr immer in eine Injektion mündeten.

Zudem gebe es einen Anteil in der Bevölkerung, der keinen festen Hausarzt besitze. Erreicht werden können diese Menschen bei sogenannten aufsuchenden Impfaktionen. Hier sollen mobile Teams zum Einsatz kommen – als Nachfolger für die Impfzentren. Wie Kreissprecher Martin Theine erklärt, sei dafür nun ein Vertrag abgeschlossen worden. „Die Aufgabe übernimmt der DRK-Kreisverband“, so Theine. Das Uelzener DRK war auch schon mit dem operativen Geschäft im Impfzentrum betraut.

Ein erstes mobiles Impfteam, kurz MIT, sei zum 1. Oktober beauftragt worden – aktuell laufe die Vorbereitung konkreter Einsätze, so Theine. Generell sei vorgesehen, dass – wie beschrieben – das Team durch aufsuchende Impfangebote die niedergelassenen Ärzte dabei unterstützt, Menschen im Landkreis zu impfen. Besonders soll die Impfquote der Zwölf- bis 17-Jährigen steigen.

Detlef Haffke von der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen kann Zahlen für diese Altersgruppe nennen. Demnach erhielten im Landkreis inzwischen 1237 Minderjährige eine Erstimpfung und 932 Kinder und Jugendliche auch schon eine Zweitimpfung.

An Bedeutung gewinnen die Auffrischungsimpfungen für Ältere – die Ständige Impfkommission hat jetzt einen dritten Piks für Menschen ab 70 Jahren empfohlen, zudem für Bewohner von Heimen und das Pflegepersonal, das einen direkten Kontakt zu den Betreuten hat. Die Impfungen in Heimen war bereits zu Beginn des Jahres Aufgabe von mobilen Teams, das kann jetzt wieder der Fall sein. Laut KVN haben mit Stand von Mittwoch bislang im Landkreis in Summe 266 Menschen eine Auffrischungsspritze erhalten – darunter zwei Minderjährige, 125 im Alter zwischen 18 und 60 Jahren, und 139 über 60 Jahre.

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