Gewerkschaft GDL bestreikt Erixx / Streit um Tarifverhandlungen

Kreis Uelzen: Pendlerzüge standen still

Ein Erixx läuft am Wierener Bahnhof ein. Gestern Morgen ging in Richtung Braunschweig sowie nach Bremen wegen eines Warnstreiks zunächst einmal nichts mehr.
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Ein Erixx läuft am Wierener Bahnhof ein. Gestern Morgen ging in Richtung Braunschweig sowie nach Bremen wegen eines Warnstreiks zunächst einmal nichts mehr.

Uelzen/Landkreis – Das ging schnell: „Wir wissen, was wir zu tun haben“, hatte Stefan Mousiol, Pressesprecher der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) angesichts der gescheiterten Tarifverhandlungen mit Erixx vor einer Woche erklärt.

Gestern war es dann so weit: Ein Warnstreik legte eine Reihe von Bahnverbindungen lahm, die auch Uelzener Pendler betrafen.

Um 3 Uhr morgens ruhten Teile des Erixx-Betriebs. Bis 10 Uhr dauerte der Arbeitskampf. Betroffen waren unter anderem Fahrten von Uelzen nach Bremen sowie von Uelzen nach Braunschweig.

Vorangegangen waren grundsätzlich unterschiedliche Ansichten über den Stand der Verhandlungen: „Ein ausgehandelter Verhandlungskompromiss zwischen Erixx und der GDL wurde vor einigen Tagen überraschend wieder infrage gestellt. Immerhin liegt trotz der Corona-Krise ein Paket mit einem Volumen von gut neun Prozent für eine Laufzeit von 14 Monaten auf dem Tisch“, ließ die Bahngesellschaft per Pressemitteilung erklären.

Das sieht man bei der GDL ganz anders: „Die kürzlich von der Erixx-Geschäftsführung in einem Mitarbeiterbrief aufgeführte Entgeltverbesserung ist pure Augenwischerei“, betont der GDL-Bundesvorsitzende Claus Weselsky: „Damit wird lediglich verhindert, dass die Einkommensschere noch weiter auseinandergeht – und das bedeutet nichts anderes als Stillstand auf niedrigem Niveau.“

Niemand verlange, dass bei Erixx schon morgen das Marktniveau erreicht werde. Doch die GDL fordere einen Stufenplan, der sicherstelle, dass die Beschäftigten keine Eisenbahner zweiter Klasse mehr seien, sondern für die gleiche Arbeit auch den gleichen Lohn wie in den übrigen Wettbewerbsunternehmen erhielten. „Hierzu erwarten wir noch in dieser Tarifrunde ein klares Zieldatum innerhalb der nächsten zwei Jahre, das auch die Einführung der 38-Stunden-Woche beinhaltet“, erklärt Weselsky. Schlimmer noch, es sollten tarifvertragliche Schutzregelungen im Bereich der Ruhezeiten wieder verschlechtert werden. „Der Schutz vor Überlastung des Zugpersonals und eine damit einhergehende tarifvertragliche Bestandsregelung, die ohne Probleme funktioniert, dürfen nicht zur Disposition gestellt werden“, hält der GDL-Vorsitzend fest.

Dazu erklärt Erixx: „Wir unternehmen alles, um diese Situation so schnell wie möglich zu beenden. Der nächste Verhandlungstermin zwischen Erixx und der GDL ist für die Woche angesetzt.“

VON MICHAEL MICHALZIK

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