Hannover wartet auf Entscheidung

HVV für Kreis Uelzen: Land will 50 Prozent zahlen

Uelzen/Hannover. Die Nachricht hätte Daniela Behrens an keinem besseren Ort überbringen können.

Am Donnerstagabend war die Staatssekretärin des vom Sozialdemokraten Olaf Lies geführten Verkehrsministeriums nach Uelzen gekommen – traf sich in der Uhlenköperstadt mit SPD-Fraktionen und berichtete, dass das Land mehr Hilfe leisten wolle bei der Verkehrsanbindung des Landkreises Uelzen an Hamburg. 50 Prozent der entstehenden Kosten würden dauerhaft übernommen, so Behrens.

Seit vielen Jahren schon treibt die bessere Verkehrsanbindung an Hamburg die Kreispolitik um. Der Hamburger Verkehrsverbund (HVV) wird als Chance gesehen, wenn er sein Gebiet um den Landkreis erweitern würde. Vor allem an der Kostenfrage scheiterte das Vorhaben bislang. Denn der Verbund lässt sich bezahlen, was der Kunde mit einem HVV-Ticket einspart. 2014 konnte mit einem HVV-Übergangstarif ein erster Schritt gegangen werden. In den letzten Wochen kam die Diskussion wieder ins Rollen. Ein vollständiger Anschluss des Uelzener Schienennetzes war geprüft und zu mehreren Varianten die Kosten berechnet worden. Ein vollständiger Anschluss würde bis zu 1,9 Millionen Euro kosten, mit der zugesagten Unterstützung aus Hannover dann „nur“ noch 950 000 Euro. Geld, das auch aufgebracht werden müsste.

Die Politik im Kreis, vor allem die CDU-Fraktionen aus Bad Bevensen und Bienenbüttel, forderte eine vollständige Übernahme der Kosten (AZ berichtete). Gewählte argumentierten, dass die Landesregierung beispielsweise in den Landkreisen Stade oder Lüneburg die Kosten vollumfänglich erstatte. Gegenüber der AZ macht Behrens deutlich, dass dies nicht zutreffend sei. In keinem Landkreis würden 100 Prozent bezahlt, so die Staatssekretärin. „Aber wir wollen den Landkreis Uelzen unterstützen, um eine strukturschwache Region weiterzuentwickeln. Wir wissen um die Bedeutung von Hamburg für die Region“, so Behrens. Nach den Worten der Staatssekretärin warte nun Hannover auf die Entscheidung aus Uelzen, welche der Anschluss-Varianten gewählt werde.

Jacques Voigtländer, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Uelzener Kreistag, erklärt, dass nun der Kreis und die Kommunen gefordert seien. Denn ein Anschluss des Streckennetzes an den HVV könne auch bei einer Übernahme von 50 Prozent der Kosten durch das Land nur gemeinsam finanziert werden. „Der Landrat führt dazu Gespräche mit den Kommunen“, so Voigtländer.

Von Norman Reuter

Rubriklistenbild: © dpa

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