Schulausschuss empfiehlt Erhalt der bisherigen Schulformen

Kreis Uelzen: Keine Mehrheit für IGS

Die Debatte um die Schulen geht auf die Zielgerade. Jetzt tagte der Schulausschuss.
+
Die Debatte um die Schulen geht auf die Zielgerade. Jetzt tagte der Schulausschuss.

Uelzen/Landkreis – Nach einem politischen Schlagabtausch von mehr als einer Stunde fiel das Votum denkbar knapp aus: Der Schulausschuss des Landkreises sprach sich mit einer Stimme Unterschied am Donnerstagabend gegen den Aufbau einer Integrierten Gesamtschule (IGS) und auch gegen den Wiederaufbau einer Realschule aus.

Stattdessen fand der Vorschlag, die bisherigen Schulformen zu erhalten, eine Mehrheit. Entschieden ist die Schuldebatte damit noch nicht: Das letzte Wort hat der Uelzener Kreistag, der Mitte Dezember tagen wird.

In einem gemeinsamen Antrag hatten sich SPD, Grüne, FDP und Linke für den Aufbau einer IGS und einer Realschule ausgesprochen – zunächst sollte über die Schulformen entschieden, dann zu einem späteren Zeitpunkt über die Standorte gesprochen werden. Durchsetzen konnten sie sich damit nicht, auch wenn Ausschuss-Mitglieder der Parteien noch einmal, teils sehr ausführlich, ihre Argumente vorbrachten.

Léonard Hyfing (FDP) führte die Elternbefragung ins Feld, bei der die Schulformen IGS und Realschule Zuspruch fanden. „Wir haben hier einen Veränderungswillen“, sagte Hyfing.

Heiner Scholing (Grüne) verwies auf bestehende Probleme in der Schullandschaft, die Ausgangspunkt für die Debatte gewesen seien, und ebenfalls auf die Elternbefragung: Der Elternwille sei ernst zu nehmen und aus diesem Grund auch eine IGS zu gründen. Sie sei in Niedersachsen bereits der Normalfall.

Dass erst über Schulformen und dann über Standorte gesprochen werden sollte, verärgerte Max Lemm von der CDU. Es müssten doch die Auswirkungen auf die Schullandschaft berücksichtigt werden, weswegen die Entscheidung über Schulformen nicht losgelöst vom Standort erfolgen könne. Die Idee der Parteien sei doch ein „Stochern im Nebel“.

Der Vorschlag seiner CDU-Fraktion und der UWG, die bisherigen Schulformen beizubehalten, fand eine Mehrheit – unter anderem mit den Stimmen von Schul- und Schülervertretern sowie der AfD.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare