Bahnbetreiber Erixx und GDL geraten aneinander

Kreis Uelzen: Gewerkschaft droht mit Streik

Ein Erixx auf Fahrt bei Lüder. Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer erhebt schwere Vorwürfe und droht mit einem Streik.
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Ein Erixx auf Fahrt bei Lüder. Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer erhebt schwere Vorwürfe und droht mit einem Streik.

Uelzen/Landkreis – Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) erhebt schwere Vorwürfe gegen die Erixx GmbH: Der Bahnbetreiber habe in einer Mitarbeiter-info am 20. Juni behauptet, dass es eine Einigung bei Gesprächen mit der Gewerkschaft gegeben habe.

Dies, so die GDL, sei „völliger Unsinn“. Richtig sei, dass der Arbeitgeber an jenem Tag das Scheitern der Verhandlungen erklärt habe. Unter anderem geht es auch um die Einsatzplanung für das Zugpersonal.

Der Bahnbetreiber wehrt sich gegen die Vorwürfe: „Unser Ziel war und ist es, den Fahrgästen des Erixx zu jeder Zeit einen zuverlässigen Nahverkehr zu bieten. Das heißt, wir müssen in der Lage sein, zu jeder im Fahrplan angebotenen Fahrt auch die entsprechenden Mitarbeiter einsetzen zu können“, erklärt Erixx-Pressesprecher Björn Pamperin. Dies beides gehe nur, wenn es ein Mindestmaß an Flexibilität in der Einsatzplanung gebe: „Niemandem soll hier etwas weggenommen oder sollen unzumutbare Arbeitszeiten auferlegt werden. Ganz im Gegenteil: Zufriedene Mitarbeiter sind das wichtigste Kapital bei Erixx.“ Allerdings gebe es auch Verpflichtungen gegenüber der öffentlichen Hand: „Gleichzeitig muss dies im Rahmen der laufenden Verkehrsverträge erfolgen – also die Erfüllung der vertraglich zugesagten Fahrten zu dem zugesagten Preis.“

Die GDL fährt indes schwere Geschütze auf und erklärt, dass ein zwischenzeitlich vorgelegtes Angebot des Arbeitgebers von der Gewerkschaft abgelehnt worden sei, weil sich dadurch die Ruhetagsregelungen des Personals verschlechtert hätten. Stefan Mousiol, Pressesprecher der Gewerkschaft: „Wir haben ein Auge auf die Situation bei Erixx.“

Erixx-Pressesprecher Pamperin: „Grundsätzlich möchten wir uns an einer öffentlichen Diskussion zu bilateralen Tarifverhandlungen nicht beteiligen, insbesondere nicht, wenn sie in unsachlicher Form geführt werden.“ Der Sachverhalt, wird seitens Erixx erklärt, sei sehr komplex und betreffe „im Ergebnis die betriebliche Handlungsfähigkeit des Unternehmens“. Die GDL spricht mit Blick auf die Gegenseite über ein Verhalten wie das „eines bockigen Kindes“.

Bei Erixx setzt man auf De-Eskalation: „Wir finden, dass öffentliche Polemik, Drohungen und zurückgezogene Zusagen der falsche Weg sind. Daher vertrauen wir auf die Vernunft aller Verhandlungspartner, die am Verhandlungstisch erzielten Kompromisse nun am bereits vereinbarten Termin auch zur Unterzeichnung zu bringen.“

Doch die GDL zieht auch einen Streik in Erwägung: „Vielleicht findet der Arbeitgeber Zeit zum Nachdenken, wenn der Betrieb bei Erixx ein paar Stunden ruht.“ Mousiol: „Wir wissen, was wir zu tun haben.“

VON MICHAEL MICHALZIK

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