Unterbringung in Turnhallen und früherem Supermarkt?

100 zusätzliche Flüchtlinge: Kreis Uelzen bildet Krisenstab

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Der ehemalige Intermarché-Markt im Bevenser Gewerbegebiet Kurze Bülten steht neben drei weiteren Objekten als Flüchtlingsunterkunft zur Option.

Landkreis Uelzen. Der Landkreis Uelzen wird am kommenden Dienstag 100 zusätzliche Flüchtlinge unterbringen müssen, da die Erst- und Notaufnahme-Kapazitäten des Landes Niedersachsen mittlerweile vollständig ausgeschöpft sind.

Nachdem bereits in den vergangenen Tagen elf Städte und Landkreise im Wege der Amtshilfe für das Land Flüchtlinge im Rahmen der Erstaufnahme in Notunterkünften einquartiert haben, ist nun auch der Landkreis Uelzen gefordert.

Um 11.50 Uhr erreichte den Ersten Kreisrat Uwe Liestmann gestern ein entsprechender Anruf aus dem Innenministerium in Hannover. Beim Landkreis ist daraufhin sofort ein Krisenstab aus Mitarbeitern des Landkreises und des Gebäudemanagements, des Kreisverbandes des Deutschen Roten Kreuzes sowie der Feuerwehr gebildet worden.

Als Herausforderung stellt sich dabei insbesondere das Finden einer als Notunterkunft geeigneten Liegenschaft dar. „Sofern hierfür Sporthallen in Anspruch genommen werden müssen, können diese für die Dauer der Amtshilfe nicht mehr entsprechend ihrer Bestimmung genutzt werden“, erklärt Kreissprecher Marcus Christ. Eine Entscheidung hierzu steht jedoch noch aus.

In Bad Bevensen werden aktuell mindestens vier Objekte für die Unterbringung von Flüchtlingen geprüft: Der ehemalige Penny-Markt sowie der benachbarte einstige Intermarché im Gewerbegebiet Kurze Bülten, die Diana-Kli- nik II am Lerchenweg und auch das ehemalige Hotel „Vier Linden“ stehen auf der Liste.

„Der Landkreis nimmt angesichts der neuen Situation so ziemlich alles in den Blick, was sich anbietet“, erklärt Marcus Christ gestern auf AZ-Nachfrage. Gleichzeitig betont er, dass bei den genannten Bad Bevenser Objekten, die im Gespräch sind, „final noch nichts entschieden“ sei.

Den Penny-Markt würde der Landkreis in diesem Fall möglicherweise pachten, das Intermarché-Objekt eventuell kaufen. „Es gibt aber noch keinerlei Verträge. Wir sind dabei, mit den Eigentümern Verhandlungen zu führen“, betont der Kreis-Sprecher.

Im Gegensatz zu diesen möglichen vorläufigen Notunterkünften habe man die ehemalige Diana-Klinik II und das einstige Hotel „Vier Linden“ als reguläre Unterbringungsobjekte für Flüchtlinge im Blick. Das Diana-Gebäude sei dafür grundsätzlich geeignet, so Christ. Der Landkreis habe bereits eine Bauvoranfrage gestellt, ob die zurzeit als Krankenhaus genehmigte Nutzung des Gebäudes überhaupt in eine Nutzung als Flüchtlingsunterkunft geändert werden könne. Dies werde zurzeit geprüft.

Was das „Vier Linden“ betreffe, habe man zwar (wie berichtet) im Juni die Verhandlungen mit dem Eigentümer abgebrochen, man sehe sich jetzt aber „gezwungen, das Vorhaben wieder in den Blick zu nehmen“, sagt Marcus Christ. 

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