„Trotzdem gemeinsam“

Kreis Uelzen: Austausch mit französischer Partnerregion wird jetzt digital organisiert

Nur Erinnerungsfotos vom vergangenen Austausch reichen laut Katharina Bielenberg nicht, um die deutsch-französische Freundschaft am Leben zu halten. Dafür hat sie das Projekt „Trotzdem gemeinsam“ auf die Beine gestellt.
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Nur Erinnerungsfotos vom vergangenen Austausch reichen laut Katharina Bielenberg nicht, um die deutsch-französische Freundschaft am Leben zu halten. Dafür hat sie das Projekt „Trotzdem gemeinsam“ auf die Beine gestellt.

Uelzen/Landkreis – Wie kann man während der Corona-Pandemie mit den Freunden aus der französischen Partnerregion Plateau Nord und Plateau Est de Rouen Kontakt halten? Wie kann verhindert werden, dass die deutsch-französische Partnerschaft einfach einschläft?

Diese Fragen haben Katharina Bielenberg, stellvertretende Vorsitzende des Komitees für internationale Partnerschaften Uelzen, in den vergangenen Wochen und Monaten umgetrieben. Entstanden ist daraus das Projekt „Trotzdem gemeinsam“, das vom Deutsch-Französischen Bürgerfonds gefördert wird.

Die Idee kam Katharina Bielenberg, als ihr Kochklub in Bad Bevensen sich zum ersten mal übers Internet zum Kochen traf. „Da ist die Idee bei mir im Kopf gereift, dass es auch beim Austausch funktionieren müsste“, erinnert sie sich. Also fängt sie an, ein Konzept zu entwickeln. Durch ein zufälliges Treffen mit der Bundestagsabgeordneten Kirsten Lühmann (SPD) wird sie auf die mögliche Förderung aufmerksam gemacht. Tag und Nacht hat sie an dem Antrag geschrieben. 12 000 Euro Fördergeld sind es schließlich geworden. Mit dem Geld soll nicht nur digital Kontakt gehalten werden, sondern es wird auch ein gemeinsames deutsch-französisches Magazin zum Austausch erscheinen.

„Das alles soll den Zusammenhalt stärken“, sagt Katharina Bielenberg. Denn nach der Absage aller gegenseitigen Besuche aufgrund der Pandemie sei der Austausch Gefahr gelaufen einzuschlafen. „Die Situation nach der Absage war extrem“, erinnert sie sich. In der Regel nimmt der Kontakt kurz vor dem Beginn des Austauschs untereinander zu, das sei jetzt ganz weggefallen. „Viele Jugendliche sind traurig, dass nichts stattfindet, und machen jetzt etwas anderes“, sagt Katharina Bielenberg. Das sei auch verständlich, aber der Austausch müsse eben weiterhin mit Leben erfüllt werden. „Mit dem Projekt können wir das schaffen“, meint sie.

Erste Kontakte hat es über das Internet bereits gegeben. So etwa beim Kochklub, in dem regelmäßig Gäste aus Frankreich mitmachen. Auch die Organisation des Projekts findet im Netz statt. Und die gemeinsame Teilnahme am digitalen Kunstprojekt „earthspeakr.art“ wurde initiiert. Weitere Videokonferenzen sind in den nächsten Monaten geplant.

Dabei werden Katharina Bielenberg auch vermehrt kulturelle Unterschiede zwischen Deutschen und Franzosen bewusst, zum Beispiel beim Erstellen der Planung. Vor allem, wenn es um die Hintergründe des Projekts gehe, stoße sie auch auf Sprachbarrieren. „Da reicht mein Französisch leider nicht aus.“

Aber viel wichtiger sei, dass man miteinander im Gespräch bleibe. Aufgrund der zweimonatigen Sommerferien in Frankreich sei das momentan gar nicht so einfach. Doch das Entscheidende sei nicht, dass jede Veranstaltung perfekt sei, sondern das Miteinander bis zur Verwirklichung. „Der Weg ist das Ziel“, sagt Bielenberg. VON LARS LOHMANN

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