Bis zu 160 Flüchtlinge kommen in den Landkreis Uelzen / Appell an Vermieter

Kreis sucht Asyl-Wohnungen

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Eine Wohnung für Asylbewerber: Der Landkreis Uelzen fordert Vermieter auf, Räume zur Verfügung zu stellen. Wann und ob tatsächlich bis zu 160 Personen ankommen, ist aber noch offen.

Uelzen. Die Zahl der Asylbewerber im Landkreis Uelzen wird in den nächsten Monaten voraussichtlich um mehr als hundert Prozent ansteigen.

Derzeit gibt es 128 Asylbewerber im Kreisgebiet, bis zum Oktober nächsten Jahres rechnet die Verwaltung mit bis zu 160 weiteren Zuwanderern, die einen ersten Asylantrag stellen. Da es im Landkreis Wohnheime mit knapp 150 Plätzen – je nach Familiengröße – für diese Antragsteller gibt, appelliert die Verwaltung nun an alle privaten Eigentümer, dem Landkreis Wohnungen für Asylbewerber zu vermieten.

„In den letzten Jahren war es so, dass die Zahl der Wohnheime problemlos ausreichte“, erklärt der Sozialdezernent des Kreises, Lothar Heinisch. Im Jahr 2008 waren es noch 109 Zuwanderer und im Jahr 2009 104 Menschen, die ein Asyl beim Landkreis Uelzen beantragten. Seither seien die Zahlen jedoch stark gestiegen. Bundesweit werden derzeit mehr Asylbewerber gezählt, vor allem aus Serbien, Mazedonien und Syrien, wie das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge berichtet. Seit 2007 steigen die Zahlen permanent an. Während im vergangenen Oktober 9950 Personen beim Bundesamt Asyl beantragt haben, waren es im Oktober 2011 noch 4106 Personen. Da eine bundesweite Neuverteilung durch die Landesaufnahmebehörde auf die einzelnen Kommunen anstehe, müsse sich der Landkreis vorbereiten, so Heinisch.

Wann und ob tatsächlich bis zu 160 Flüchtlinge in den Landkreis kommen, ist noch unbekannt, sagt der Erste Kreisrat, Uwe Liestmann. „Wir bekommen es auch relativ kurzfristig mitgeteilt.“

Der Landkreis ist verpflichtet, den zugewiesenen Flüchtlingen Wohnraum zur Verfügung zu stellen, betonen die Beteiligten. Wer privat kurzfristig Wohnungen für Flüchtlinge vermieten möchte, wird gebeten, sich an die Kreisverwaltung zu wenden. Ansprechpartner sind Juliane Memmert unter (05 81) 8 21 87 und Stephan Wendig unter (05 81) 8 22 92. Die einzelnen Mietbedingungen werden mit dem Landkreis ausgehandelt, der auch die Kosten übernimmt.

Von Diane Baatani

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