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Kreis springt Sportvereinen zur Seite

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Von: Norman Reuter

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Die erwarteten Mehrkosten bei den Vereinen fallen unterschiedlich aus – je nachdem, ob beispielsweise eine eigene Halle oder Sportanlage unterhalten wird.
Die erwarteten Mehrkosten bei den Vereinen fallen unterschiedlich aus – je nachdem, ob beispielsweise eine eigene Halle oder Sportanlage unterhalten wird. © Marud, Arek

Der Landkreis Uelzen will sich an finanziellen Hilfen für Sportvereine beteiligen, damit diese nicht in Schieflage geraten. Die Vereine leiden unter den gestiegenen Preisen für Energie. Der Kreissportbund hat ein Hilfegesuchen gestellt.

Uelzen/Landkreis – Der Landkreis Uelzen beabsichtigt, sich während der Energie-Krise an finanziellen Hilfen für Sportvereine in Stadt und Landkreis zu beteiligen. Die Vereine sollen nicht in finanzielle Schieflage geraten. Der Kreissportbund (KSB) hatte angesichts der stark gestiegenen Energie-Preise im Namen der Vereine ein Hilfegesuch an Stadt und Landkreis Uelzen gestellt.

Dezernentin Dr. Julia Baumgarten berichtet während der jüngsten Sitzung des Sportausschusses, der Landkreis wolle, wenn Kommunen den Vereinen Hilfen gewähren, 50 Prozent des Betrages übernehmen. Nach Aussage von Landrat Dr. Heiko Blume sollen Details in einer Arbeitsgruppe mit den Kommunen geklärt werden. Insbesondere solle sichergestellt werden, dass kommunale Hilfen nicht anderen Fördermöglichkeiten beispielsweise durch den Bund oder das Land im Weg stehen, so Blume.

Ohnehin werden Bund und Land, zumindest von der Hansestadt Uelzen, als erstes in der Pflicht gesehen, wenn es darum geht, den Vereinen zu helfen. So hatte Uelzens Erster Stadtrat Dr. Florian Ebeling, wie berichtet, erklärt, die Stadt Uelzen werde keinen Verein im Stich lassen, allerdings sollen zunächst Hilfspakete von Bund und Ländern in Anspruch genommen werden. Verwiesen wurde dabei auch auf den vom Bund geplanten Strom- und Gaspreisdeckel sowie auf das Sofortprogramm des Landes Niedersachsen.

Letzteres sieht, wie Mario Miklis, Erster Vorsitzender des Kreissportbundes, erklärt, einen Betrag von 30 Millionen Euro vor. „Das hört sich erst einmal viel an“, so Miklis im Ausschuss. Allerdings: Würde der Betrag auf alle Vereine aufgeteilt, so hätte jeder Anspruch auf etwa 3200 Euro.

Nach Zahlen, die Miklis zur Lage der Vereine im Landkreis Uelzen vorstellt, wäre dies der sprichwörtliche Tropfen auf dem heißen Stein. Der Kreissportbund hat eine Abfrage bei den Vereinen vorgenommen, wonach diese 2023 bei jedem Mitglied von zusätzlichen Ausgaben von etwa 16 Euro ausgehen. Über den Kreissportbund sind Vereine mit insgesamt etwa 32 000 Mitgliedern organisiert. Im Ergebnis bestünde, zumindest auf den Papier, damit ein Hilfebedarf von etwa 512 000 Euro.

Der TV Uelzen hat in einem eigenen Hilfegesuch erklärt, er erwarte mit Blick auf die Energie-Preise im kommenden Jahr ein Defizit von 40 000 Euro. Der TVU ist der mitgliederstärkste Verein im Uelzener Stadtgebiet.

Möglichst unkompliziert wolle der Landkreis seine Beteiligung an Hilfen halten, sagt Blume. Daher die Überlegungen zur 50 Prozent-Regelung, wenn Kommunen Unterstützung gewähren. Damit gebe es auch kein Gießkannen-Prinzip, das nicht gewollt sei.

Auf Restmittel aus der Sportförderung in Höhe von 40 000 Euro kann der Kreis zurückgreifen. Dr. Timo Viehl (Grüne) regte an, dass als Mittel zumindest die Hälfte des vom Kreissportbund ermittelten Hilfebedarfs in den Haushalt eingestellt werden sollte. Als nächstes berät der Kreisausschuss, dann wird auch noch einmal über einen Haushaltsansatz gesprochen.

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