Nach Kostenexplosion: Kritische Fragen zum Gebäudemanagement

Kreis-SPD sieht genau hin

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Am Ende kostete die Sanierung des Alten Rathauses 3,8 Millionen Euro. Die SPD-Kreistagfraktion nimmt das zum Anlass, die Arbeit des Gebäudemanagements unter die Lupe zu nehmen.

Uelzen/Landkreis. Die überraschende Kostensteigerung von 3,2 auf 3,8 Millionen Euro bei der Sanierung des Alten Rathauses in Uelzen hat auch die Kreispolitik aufhorchen lassen.

Die SPD-Fraktion im Kreistag will „vor dem Hintergrund der aktuellen Situation“, wie es Fraktionssprecher Andreas Dobslaw formuliert, sich genauer die Arbeit des Gebäudemanagements anschauen – Träger der Anstalt des öffentlichen Rechts, die für die Unterhaltung und Sanierung öffentlicher Gebäude wie des Alten Rathauses zuständig ist, sind neben der Stadt auch die Landkreise Uelzen und Lüchow-Dannenberg. Das Gebäudemanagement zählt rund 200 Mitarbeiter.

An den Landrat hat die SPD-Fraktion einen Fragenkatalog gesendet. Die Sozialdemokraten wollen Auskunft darüber, ob es aktuell in der Zusammenarbeit mit der Anstalt Probleme gibt und welche Synergieeffekte sich durch die Mitgliedschaft im Gebäudemanagement ergeben. Manfred Knaak, kaufmännischer Vorsitzender des Gebäudemanagements, hat im AZ-Gespräch erklärt, dass jährlich durch die Arbeit des Gebäudemanagements und durch bessere Möglichkeiten bei der Ausschreibung 700 000 Euro eingespart würden.

Die SPD-Fraktion will zudem gesichert wissen, dass im Verwaltungsrat des Gebäudemanagents genügend „fachlicher Sachverstand“, so Dobslaw, zu finden ist. Besetzt ist er mit Politikern der Stadt Uelzen und der Landkreise, Verwaltungsdezernenten, dem Ersten Kreisrat aus Lüchow-Dannenberg sowie Arbeitnehmervertretern. „Könnte eine Verbesserung der Situation durch die Besetzung eines Postens im Verwaltungsrat durch einen Verwaltungsfachmann erreicht werden?“, fragen die Sozialdemokraten im Kreistag.

Indes wird auf städtischer Ebene noch über einen Antrag der SPD/UWG-Gruppe im Stadtrat, der auf mehr Mitspracherecht der Politik bei der Arbeit des Gebäudemanagements abzielt, beraten. Derzeit sitzen wenige Politiker im Verwaltungsrat des Gebäudemanagements. Vorgeschlagen wurde ein Eigenbetrieb Gebäudewirtschaft, der als Mandant des Gebäudemanagements auftritt und in dessen Betriebsausschuss mehr Politiker sitzen würden.

Von Norman Reuter

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