Fahrten zu touristischen Ausflugszielen: Ein neues Konzept liegt vor

Kreis setzt jetzt auf „Freizeitbus“

Der Entdeckerbus soll vom sogenannten „Freizeitbus“ abgelöst werden. Heißt: Ausflugsziele sollen im Sommer an den Wochenenden über den Linienverkehr angefahren werden.
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Der Entdeckerbus soll vom sogenannten „Freizeitbus“ abgelöst werden. Heißt: Ausflugsziele sollen im Sommer an den Wochenenden über den Linienverkehr angefahren werden.

Uelzen/Landkreis – Ausflugsziele im Landkreis wie die Ellerndorfer Heide oder das Handwerksmuseum in Suhlendorf sollen künftig in den Sommermonaten an den Wochenenden mit Linienbussen angefahren werden. Das sieht ein Nachfolgemodell für den sogenannten Entdeckerbus vor. Dessen Fahrten würden damit eingestellt.

Der Entdeckerbus entstand 2007 als Angebot für Urlauber und Tagesgäste. Touristische Attraktionen sollten umweltfreundlich mit dem Bus zu erreichen sein, Einzelfahrten mit Autos damit möglichst entfallen. Auch das Wandern und Radfahren sollte in der Region gefördert werden, für Räder wurden Anhänger an die Busse gekoppelt. Das Angebot nutzten auch Kreisbewohner.

Zuletzt war der Entdeckerbus auf drei Ringlinien, jeweils in der Zeit von Juni bis September, unterwegs. Nach Angaben der Kreisverwaltung ist der Entdeckerbus seit 2016 seltener genutzt worden. Kai Karl, Mitarbeiter im Schul- und Kulturamt der Kreisverwaltung, berichtete während der jüngsten Sitzung des Wirtschaftsförderungsausschusses von einem Rückgang bei den Fahrgästen bis zum vergangenen Jahr von 27,5 Prozent.

Mit dem neuen Konzept könnten Urlauber und Gäste weiterhin mit dem Bus touristische Ziele erreichen. Gleichzeitig werde auch der ÖPNV an den Wochenenden „extrem verbessert“, sagt Karl. Vermarktet werden soll das Angebot unter dem Begriff „Freizeitbus“.

Jeweils im Zeitraum von 1. Mai bis 31. Oktober soll der erweiterte Linienverkehr sowohl sonnabends als auch sonntags genutzt werden können. Haltepunkte soll es bei jenen touristischen Attraktionen geben, die in der Vergangenheit bei den Entdeckerbus-Touren gefragt waren. Schwach genutzte Haltestellen des Entdeckerbusses würden demnach künftig nicht mehr bedient.

Kai Karl wies im Ausschuss darauf hin, dass die Saisons des geplanten Freizeitbusses von Mai bis Ende Oktober zwei Monate länger seien als jene des Entdeckerbusses. Und: In übrigen Monaten soll es die Fahrangebote in Form des Rufbusses geben.

Eine Fahrrad-Mitnahme soll auch beim Freizeitbus möglich sein. Vorhandene Radanhänger sollen dann an die Linienbusse gekoppelt werden. Zudem gebe es eine neue Technik für Busse, mit denen Räder sich auch ohne Anhänger mitnehmen ließen, so Karl. Diese solle zum Einsatz kommen.

Anders als beim Entdeckerbus – er war weitestgehend kostenlos zu nutzen – ist für den Freizeitbus ein Ticket zu lösen. Mit dem neuen Tarifsystem des Kreises (AZ berichtete) komme man aber Fahrgästen entgegen, so Kai Karl gegenüber der AZ. Der Wirtschaftsförderungsausschuss hat sich bei einer Enthaltung für das Konzept des „Freizeitbusses“ ausgesprochen. Weitere Beschlüsse der Kreispolitik dazu stehen noch aus.

VON NORMAN REUTER

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