SPD-Fraktion will mit Projekt die Integration fördern

Im Kreis gesucht: Jobs für Flüchtlinge

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Asylbewerber könnten im sozialen Bereich oder in Kleiderkammern gemeinnützig tätig sein, schlägt die SPD vor.

Uelzen/Landkreis. Die Sozialdemokraten im Kreistag wollen die Integration von Flüchtlingen und Asylbewerbern fördern. Ihre Idee: Männern und Frauen sollen zügig nach ihrer Ankunft gemeinnützige Tätigkeiten angeboten werden.

Sie könnten beispielsweise bei der Uelzer Tafel, in Kleiderkammern oder in sozialen Verbänden arbeiten. Ausreichend Institutionen seien im Landkreis vorhanden, um solche Stellen zu schaffen, erklärt die SPD-Kreistagsfraktion.

Die „rechtlichen Rahmenbedingungen“ auf dem Arbeitsmarkt würden eine frühe Arbeitsaufnahme von Flüchtilingen verhindern, womit sie zur „Untätigkeit verpflichtet“ seien, begründen die Sozialdemokraten ihren Vorstoß. Das belaste das Selbstwertgefühl von Flüchtlingen und könne „im schlimmsten Fall auch zu sozialen Problemen führen, die eine spätere Integration erschweren.“ Eine Arbeitsgelegenheit biete ihnen die Möglichkeit der Teilhabe und die Chance, „sich frühzeitig zugehörig zu fühlen.“

Nach geltendem Recht dürfen Asylbewerber bereits nach drei Monaten eine Arbeit aufnehmen – aber nur dann, wenn die Stelle nicht mit einem EU-Bürger besetzt werden kann. Diese Bestimmungen haben im Landkreis Uelzen bereits dazu geführt, dass Asylbewerbern Stellen, die sich suchten, versagt wurden.

In einem ersten Schritt solle, so die Sozialdemokraten, der Landkreis, der für die Unterbringung und Betreuung von Flüchtlingen zuständig ist, prüfen, wie sich solche gemeinnützige Tätigkeiten mit rechtlichen Regelungen vereinbaren lassen, um dann mit den Institutionen im Landkreis über den Aufbau von Stellen zu verhandeln. Was die SPD als kreisweites Projekt plant, ist in abgewandelter Form bereits in der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf gestartet (AZ berichtete). Zehn Asylbewerber sollen ab Herbst beim Bauhof der Samtgemeinde tätig sein, der Landkreis unterstützt und finanziert das Vorhaben. Eine Koordinatorin wird dazu für ein halbes Jahr eingestellt.

Aber Stellen bei der Tafel oder beim Bauhof für teils Ärzte, Ingenieure oder Akademiker unter den Flüchtlingen? Wie Andreas Dobslaw, Sprecher der SPD-Fraktion im Kreistag, sagt, stünde zunächst die Integration im Vordergrund und dass die Menschen eine Aufgabe erhalten würden. In einem weiteren Schritt müssten sie nach ihren Kenntnissen und Fähigkeiten auf dem ersten Arbeitsmarkt Fuß fassen können.

Von Norman Reuter

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