Der Kreis – eine Eisbahn

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Lkw-Stau auf der Bundesstraße 71 bei Groß Liedern – die Strecke wurde voll gesperrt.

Uelzen/Landkreis - Von Thomas Mitzlaff. Morgens um fünf Uhr traute sich eine Busfahrerin mit ihrem Gefährt noch kurz vom Betriebsgelände der Regionalbus Braunschweig am Uelzener Rahlande – dann kehrte sie schleunigst um. Es war zu gefährlich. Stundenlanger Eisregen hat gestern Früh die Straßen des Landkreises in spiegelglatte Eisflächen verwandelt. Die Schule fiel am ersten Tag nach den Ferien gleich aus, vier Streufahrzeuge waren in Unfälle verwickelt, die Polizei sperrte Bundesstraßen auf mehreren Kilometern, weil sie durch querstehende Lastwagen blockiert waren.

Die Polizei spricht von einer absoluten Ausnahmesituation: „Das war der heikelste Tag auf den Straßen seit Jahren“, erklärt Polizeisprecher Kai Richter. Besonders dramatisch sei die Situation in den Landkreisen Uelzen und Lüchow-Dannenberg gewesen. Straßen waren über Kilometer spiegelglatt, zunächst wurde am Morgen die B 71 zwischen Uelzen und Suhlendorf voll gesperrt, am Vormittag dann auch die B 191 zwischen Uelzen und Stöcken. Zwar schafften es die Streudienste, zumindest die Hauptroute B 4 einigermaßen befahrbar zu machen, doch auf den Nebenstraßen ging zumeist nichts mehr.

„Wir haben unsere Notreserven an Salz eingesetzt, die wir für solche Tage aufgehoben haben“, erklärt Dirk Möller, Leiter der auch für die Uelzener Bundes- und Landesstraßen zuständigen Straßenbaubehörde Lüneburg. Die Bauhöfe bekämen jetzt zwar regelmäßig Nachschub, die Salzsituation sei aber weiter kritisch.

Gleich vier Streufahrzeuge verunglückten am Morgen im Einsatz. Bei Reinstorf und Jarlitz stießen zwei Streuwagen mit Pkws zusammen, in Hohenzethen rutschte ein Streu-Lkw in den Straßengraben. Den spektakulärsten Unfall gab es zwischen Dreilingen und Bahnsen: Dort kam ein Streulaster von der Fahrbahn ab und drohte umzukippen.

Derweil konnte das Deutsche Rote Kreuz den Rettungsdienst aufrecht erhalten. „Wir kommen nur extrem langsam voran, aber wir fahren“, hieß es aus der Einsatzleitstelle. Das Prinzip der dezentralen Standorte habe sich bei der gestrigen Situation als wichtiger Vorteil erwiesen.

Die RBB hatte den Linienverkehr von 5 Uhr früh bis etwa 11 Uhr eingestellt. „Am Morgen ging auf den Straßen zunächst überhaupt nicht. Sobald man von den Hauptstraßen abbiegt, ist Feierabend“, schildert der Uelzener Geschäftsführer Hans-Joachim Leibrandt.

Betroffen war auch der Abfallwirtschaftsbetrieb (AWB) des Kreises. Eisglatte Straßen verhinderten die Restmüll- und Kompostabfuhr. Daher verschiebt der AWB die Abfuhrtermine in dieser Woche.

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