Investor will Fläche kaufen und Gebühren einführen

Aus für kostenloses Parken am Bahnhof?

Der kostenfreie Parkplatz an der Albrecht-Thaer-Straße ist von Pfützen übersät. Nun will ein privater Interessent das Gelände von der Bahn erwerben und den Parkraum bewirtschaften. Foto: Ph. Schulze

Uelzen. Schlaglöcher, Pfützen, Kopfsteinpflaster und jede Menge Müll: So präsentiert sich der unbefestigte und unbewachte Parkplatz an der Albrecht-Thaer-Straße, nahe der Einmündung der Sternstraße. Doch die Fläche, die der Deutschen Bahn gehört, ist bei Pendlern sehr beliebt.

Sie bietet eine kostenlose Alternative zur gebührenpflichtigen Parkpalette am Bahnhof, deren 400 Stellpätze bereits zu etwa 90 Prozent belegt sind. Möglicherweise hat das Gratis-Parken aber bald ein Ende: Ein privates Unternehmen will das Areal von der Bahn kaufen, planieren und dort Parkgebühren einführen.

Das teilte Baudezernent Karsten Scheele-Krogull jetzt dem Stadtplanungsausschuss mit. Der reagierte überrascht auf diese neue Entwicklung. „Unsere Pendler sind ohnehin schon gebeutelt, dass sie nach Hamburg oder Hannover fahren müssen. Daher sollte man sie nicht abzocken und die letzten kostenfreien Parkflächen auch noch bewirtschaften“, forderte Herwig Maaß (SPD).

Die Einführung von Parkgebühren werde dazu führen, dass noch mehr Autofahrer auf die Stellfläche des benachbarten Uhlenköperparks ausweichen werden, befürchtet Gerald Röpe (FDP). „Da haben wir jetzt schon ein Riesenproblem mit Dauerparkern – und dort wird kaum kontrolliert.“

Doch der Appell des Ausschusses an die Stadt, die Fläche an der Albrecht-Thaer-Straße zu kaufen, kommt offenbar zu spät. Schon seit längerer Zeit sei er dazu in Gesprächen mit der Bahn – ohne Ergebnis, sagte Scheele-Krogull. Nun aber deute sich eine Einigung des Unternehmens mit dem privaten Interessenten an. Darüber ist der Dezernent jedoch nicht unglücklich. „Die Fläche würde endlich ausgebaut und bewacht. Der Investor will sie zu den gleichen Gebühren betreiben, wie sie auf den Parkplätzen der Stadt gelten“, sagte er.

Selbst wenn die Stadt das Gelände erworben hätte, wäre damit das Ende des kostenlosen Parkens eingeläutet worden, betonte Scheele-Krogull: „Wir müssten die Ausgaben für den Kauf und den Ausbau durch die Einführung von Parkgebühren refinanzieren. Diese würden aber unter denen der Parkpalette liegen.“ Dort kostet das Tagesticket derzeit drei Euro, die Wochenkarte zehn Euro, die Monatskarte 20 Euro und das Jahresticket 150 Euro.

Wie lukrativ Parkgebühren für den Investor wären, zeigt der Blick auf das unbefestigte Areal: Etwa 120 Autos parkten dort am Donnerstag. Bei einer Jahresgebühr von 150 Euro würden sie dem Eigentümer der Fläche jährliche Einnahmen von 18 000 Euro bescheren. „Hier müssen wir politisch tätig werden, wenn wir noch etwas bewegen sollen“, sagte Ausschussvorsitzender Wilhelm Schulz (CDU). Deshalb wurde das Thema zur Beratung in die Fraktionen verwiesen.

Von Bernd Schossadowski

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