Kostbares Nass

Uelzen/Landkreis. Was in Uelzen aus dem Wasserhahn sprudelt, ist sauber und ohne gesundheitliche Bedenken zu genießen – aber leider auch deutlich teurer als in der Nachbarschaft. Das geht aus einem kürzlich veröffentlichten Bericht der Landeskartellbehörde Niedersachsen hervor, die die Trinkwasserpreise von 138 Versorgungsunternehmen untersucht hat.

Die Preisunterschiede zwischen den Anbietern von Trinkwasser sind dabei nicht unerheblich: Während eine Familie mit einem Wasserverbrauch von 80 Kubikmetern pro Jahr nebenan in Dannenberg mit 74,80 Euro zur Kasse gebeten wird, sind in der Samtgemeinde Dransfeld in der Nähe von Göttingen für die gleiche Menge Trinkwasser 263,60 Euro fällig. Preisunterschiede, die ähnlich bereits beim Vergleich aus dem Jahr 2006 aufgefallen waren. Damals hatte das Kartellamt es mit mahnenden Gesprächen bewenden lassen, die offensichtlich nicht gefruchtet haben. Die teuren Wasserversorger sind etwa die gleichen geblieben.

In Uelzen bewegen sich die Trinkwasserpreise am oberen oberen Ende der Tabelle des Kartellamts. Die Stadtwerke Uelzen belegen den Platz 17 von 138 Plätzen – wobei der erste Platz vom teuersten Anbieter belegt wird. Der Arbeitspreis der Stadtwerke beträgt ohne Mehrwertsteuer 1,45 Euro pro Kubikmeter Trinkwasser, hinzu kommt der Grundpreis von 72 Euro pro Jahr. Alles zusammen summiert sich für 80 Kubikmeter auf 188 Euro pro Jahr. Umgerechnet auf einen Kubikmeter Wasser werden in Uelzen mithin 2,35 Euro fällig.

Jenseits der Stadtgrenze von Uelzen liefern nicht mehr die Stadtwerke das Trinkwasser. Dort hat man es mit der SVO zu tun, die das Wasser im Auftrag des Wasserversorgungszweckverbands Landkreis Uelzen (WVU) liefert. Der WVU gibt auch die Preise vor – ein Grund dafür, dass die SVO-Preise in Celle und im Landkreis Uelzen recht deutlich auseinander liegen. Für den WVU berechnet die SVO pro Kubikmeter Trinkwasser 0,60 Euro, hinzu kommen Zählergebühren von 30 Euro pro Jahr. Hier summieren sich die Kosten für 80 Kubikmeter Trinkwasser auf 78 Euro, knapp 0,98 Euro also pro Kubikmeter zuzüglich Mehrwertsteuer. Damit zählt der WVU zu den günstigsten Anbietern von Trinkwasser in Niedersachsen.

Gefragt nach den nicht eben unerheblichen Preisunterschieden zwischen Stadtgebiet Uelzen und Umgebung argumentieren die Stadtwerke einerseits mit der Konzessionsabgabe, die der WVU nicht bezahlen muss. Die liegt bei 5 Prozent des Wasserpreises, wie auch die Stadtwerke bestätigen. Weiterhin sei die Instandhaltung des Leitungsnetzes im Stadtgebiet mit einem erheblich höheren Kostenaufwand verbunden.

Dem stimmt der Geschäftsführer des WVU, Frank Peters, nur mit Einschränkungen zu: „Die Wasserleitungen des WVU sind häufig im Straßenseitenraum verlegt, aber dafür brauchen wir auf dem Lande auch Kilometer, bis wir beim Endverbraucher ankommen.“

Der entscheidende Unterschied bei den Preisen – da sind sich alle günstigen Anbieter einig, die von der AZ befragt wurden – liegt darin, dass die Stadtwerke einen Gewinn erwirtschaften müssen, die kommunalen Unternehmen hingegen nicht. Die treten eher rechtzeitig auf die Bremse, bevor sie Gewinne machen, die sie versteuern müssten. In Dannenberg senkte man den Wasserpreis, als sich ein Gewinn abzeichnete. Man wolle den Bürger mit Wasser versorgen, heißt es dort, nicht den Finanzminister mit Steuergeldern.

Von Jürgen Köhler-Götze

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