Giorgos Karagiannis ist Pianist – und Musikschullehrer in Uelzen

Von Korfu in die Lüneburger Heide

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Pianist und Musikschullehrer Giorgos Karagiannis widmet sich gerade Werken von Robert Schumann. Foto: REUTER

Uelzen-Oldenstadt – In seiner Heimat Griechenland sind die Busuki und die Klarinette gängige Instrumente. Giorgos Karagiannis hat im Alter von elf Jahren aber das Klavier für sich entdeckt.

Heute lebt er in Niedersachsen, ist Pianist und unterrichtet an der Musikschule für den Landkreis und die Hansestadt Uelzen. Karagiannis sagt: „Ich möchte das Licht der Musik an die Kinder weitergeben. “.

Rund 950 Jungen und Mädchen werden zurzeit an der Musikschule ausgebildet, Musikschullehrer wie Karagiannis unterrichten sie. Gerade erst waren Uelzener Musikschüler erfolgreich. Beim 56. Wettbewerb von „Jugend musiziert“ haben sie mit unterschiedlichen Instrumenten auf der Regionalebene erste Preise erzielen, fünf dürfen nun auf Landesebene antreten.

Auf die Erfolge der Musikschüler angesprochen, fühlt sich Giorgos Karagiannis an seinen eigenen Werdegang erinnert. Er gewinnt als Heranwachsender einen griechischen Musikwettbewerb in der Kategorie Klavier – ein einschneidendes Erlebnis. Seine Eltern bekommen von der Jury zu hören, welche Talent ihr Sohn hat und dass dieses weiter gefördert werden sollte. Und Karagiannis spürt: „Ich möchte die Musik nahe bei mir halten.“

Dass er den Weg zum Klavierspiel fand, ist mehr einem Zufall zu verdanken, wie er berichtet. In seinem griechischen Heimatstädtchen Grevena spielt, als er ein Junge ist, klassische Musik kaum eine Rolle. Dort lebt zu dieser Zeit aber eine Französin, die Klavier spielt. Als der Steppke Giorgos auf sie trifft, ist dies der Startschuss für seine musikalische Karriere. Er, der sich für Musik interessiert, bekommt von ihr das Klavierspielen näher gebracht. Die Französin wird Karagiannis erste Musiklehrerin.

Vor Kurzem hat er nun sein Studium der Musik abgeschlossen, das er in Korfu begann, bevor er es – der Liebe wegen – in Deutschland fortsetzte. Zuletzt an der Musikhochschule in Hannover. Für ihn sei nun eine spannende Zeit angebrochen, sagt er. Er will sich in der Musikszene einen Namen machen, hat gerade mit seiner Lebensgefährtin, die selbst Musikerin ist, eine CD veröffentlicht. Als finanzielles Standbein unterrichtet er nun auch bereits seit drei Jahren an der Uelzener Musikschule. „Musik ist Kunst und ich kann nicht ohne sie leben. Aber kann man von der Kunst leben?“, so Karagiannis.

An der Musikschule vermittelt er Grundlagen, feilt mit Fortgeschrittenen an der Präzision des Spiels. Der Unterricht in Oldenstadt ist ein Teil seines musikalischen Lebens, ein anderer ist die Arbeit mit Musikerkollegen und als Solo-Pianist. Die Musik Robert Schumanns ist gerade sein musikalisches Steckenpferd – als Musiker entdecke man immer wieder neue Werke und Komponisten für sich. „Du lernst dein Leben lang.“

Im Frühjahr will er auf eine kleine Konzerttour gehen – auch mit Werken von Schumann. Dabei wird er nicht nur in Deutschland auftreten. Er wird auch in seiner Heimat Griechenland zu erleben sein. Es ist auch eine Reise zu seinen Wurzeln.

VON NORMAN REUTER

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