Kontrolleure werden fündig

Gewerbeaufsicht findet verdrecktes Instrument im Klinikum Uelzen

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Vorkontrollen des OP-Bestecks wie auf diesem Symbolbild gibt es im Helios-Klinikum – allerdings ist das Vorgehen bei der Überprüfung nicht schriftlich festgehalten, kritisiert die Behörde.

tm Uelzen. Auch Wochen nach Bekanntwerden der Missstände bekommt das Helios-Klinikum Uelzen die Probleme mit verdrecktem OP-Besteck offenbar nicht in den Griff:

Mitarbeiter des Staatlichen Gewerbeaufsichtsamts Lüneburg fanden vergangenen Freitag bei einer unangemeldeten Kontrolle ein verdrecktes Instrument, das eigentlich für eine Operation gereingt sein sollte. Das teilte die Behörde gestern mit. Außerdem bemängelten die Kontrolleure, dass im Uelzener Helios-Klinikum die Eigenkontrolle der OP-Instrumente bislang nicht schriftlich geregelt ist. „Wir haben aber keine Anhaltspunkte dafür festgestellt, dass im Klinikum Uelzen mit verunreinigtem OP-Besteck gearbeitet wird“, erklärt Christa Freifrau von Mirbach, stellvertretende Leiterin des Gewerbeaufsichtsamtes.

Das Uelzener Klinikum hatte aus Kostengründen Anfang des Jahres die Sterilisation ausgelagert – zunächst nach Gifhorn und jetzt nach Hildesheim. Von dort aber kommen immer wieder unvollständige oder verdreckte Besteck-Sets zurück. Das sorgt in Uelzen für Engpässe, immer wieder mussten Operationen um Stunden oder sogar einen Tag verschoben werden (AZ berichtete).

Freitag nun eine unangemeldete Kontrolle durch die Gewerbeaufsicht. Geprüft wurden das Sterilgutlager, der innerbetriebliche Transport der angelieferten OP-Instrumente vom Betriebshof bis in den Operationssaal sowie die Zahl der Transporte zwischen dem Klinikum Hildesheim und dem Krankenhaus Uelzen. Am Montag dann teilten die Kontrolleure die Prüfergebnisse der Klinikums-Geschäftsführung mit. „Dort hat man uns zugesagt, der Behörde unverzüglich eine detaillierte Verfahrensbeschreibung zur Verfügung zu stellen, in der die Eigenkontrolle der OP-Instrumente schriftlich geregelt ist“, so von Mirbach in einer Pressemitteilung.

Von Thomas Mitzlaff

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