Grüne im Kreistag fordert mehr Amtstierärzte

Kontrolleure im Kreis Uelzen an ihren Grenzen? Anstieg der Anzeigen zum Tierschutz

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Unter welchen Bedingungen werden beispielsweise Schweine gehalten? Veterinäre haben Tierhaltungen zu kontrollieren. Die Grünen fordern eine bessere personelle Ausstattung des Veterinäramtes.

Uelzen/Landkreis. Die Region lebt von der Landwirtschaft. Von Ackerbau und Tierhaltung, wenngleich es Regionen mit deutlich mehr Tierbetrieben gibt. Aber immerhin: 2518 Tierhaltungen sind auch im Landkreis Uelzen gemeldet. Und wie ist es um den Tierschutz bestellt?

Eine Anfrage der Grünen im Kreistag zeigt: Die Zahl der Anzeigen zum Tierschutz ist in diesem Jahr gestiegen. 165 Anzeigen waren es 2017, in diesem Jahr 233. Und die Grünen teilen mit: „Das Veterinäramt musste in diesem Jahr bereits doppelt so viele behördliche Anordnungen in Tierschutzfällen erlassen als 2017 insgesamt.“

Für die Grünen ist das kein Zustand. Zumal aus Sicht der Fraktion auch die Tierschutzkontrollen im Landkreis Uelzen zu kurz kommen. In Zahlen: In den 2518 Tierhaltungen wurden in diesem Jahr 188 Kontrollen durchgeführt. In Schlachtbetrieben seien zehn Tierschutzkontrollen erfolgt.

Die Fraktion verweist auf jüngste Fälle von Missständen in Tierbetrieben in Niedersachsen und Deutschland, die zeigten, welche Bedeutung den Kontrollen zukomme. Für Schlagzeilen hatten zuletzt Zustände in einem Bad Iburger Schlachtbetrieb gesorgt. Auf veröffentlichten Videoaufnahmen einer Tierschutzorganisation war zu sehen, wie lebende Rinder mithilfe einer Seilwinde von einem Transporter gezogen wurden. Es folgten Ermittlungen, der Betrieb wurde vorerst geschlossen.

Im Landkreis Uelzen waren, wie ausführlich berichtet, 2017 auf einem Hof in der Gemeinde Wrestedt Rinder völlig abgemagert verendet, weil sich der Halter nicht um die Tiere gekümmert hatte.

„Dringend erforderlich“ sei, so erklären die Grünen, das hiesige Veterinäramt personell besser auszustatten, damit künftig mehr Kontrollen erfolgen könnten. 1,25 Tierarztstellen gebe es zurzeit im Amt für den Tierschutz, aufgeteilt auf zwei Personen. Hinzu komme noch eine halbe Stelle für eine Verwaltungskraft, die noch für den Bereich zuständig sei. Eine weitere Stelle müsse für einen Tieramtsarzt geschaffen werden, fordert die Fraktion. Und dies auch nicht zu ersten Mal. Bereits im vergangenen Jahr habe es das Ansinnen gegeben. Von der Kreisverwaltung hört die Fraktion, dass frühestens der Personalschlüssel 2020 geändert werden solle, wenn eine Untersuchung zur Organisation des Veterinäramtes abgeschlossen sei.

Auf Nachfrage der AZ, was sich hinter der Untersuchung verbirgt, informiert Kreissprecher Martin Theine, dass zurzeit geprüft werde, ob Arbeitsprozesse beziehungsweise Arbeitsabläufe optimiert werden können oder müssen. Beleuchtet werde auch, ob für die Aufgaben ausreichend Stellen zur Verfügung stehen oder gegebenenfalls zusätzliche geschaffen werden müssen. Wann die Ergebnisse vorliegen, dazu könne zurzeit noch keine seriöse Aussage getroffen werden.

Für die Grünen geht zu viel Zeit ins Land. Die Stelle müsse zeitnah entstehen, meinen sie. Die Fraktion macht sich bereits für eine Berücksichtigung im Stellenplan für das kommende Jahr stark. Über den Stellenplan wird heute bei der Sitzung des Kreistages entschieden. Auch der Etat des Landkreises 2019 soll beschlossen werden (siehe Auf einen Blick).

Von Norman Reuter

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