SEPA-Umstellung im Zahlungsverkehr / Vereine und Firmen müssen tätig werden

Kontonummer mit 22 Stellen

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Symbolfoto

Uelzen. Sie besteht aus 22 Zeichen und wird ab dem 1. Februar kommenden Jahres die derzeitige Kontonummer ablösen: die IBAN (International Bank Account Number). Dabei handelt es sich um eine Kontonummer, die auch den internationalen Zahlungsverkehr ermöglicht.

Weil Verbraucher und Unternehmer zunehmend in ganz Europa einkaufen und verkaufen, soll das in manchen Bereichen schon seit Jahren genutzte SEPA-Verfahren nun ausgedehnt werden: Eine EU-Verordnung schreibt vor, dass Überweisungen und Lastschriften ab dem 1. Februar 2014 nur noch im SEPA-Verfahren erledigt werden können.

Was sich im ersten Moment so sperrig anhört, ist vor allem für Unternehmen und Vereine von großer Bedeutung. Denn sie, so erklärt Hans-Hermann Grote, SEPA-Verantwortlicher bei der Volksbank Uelzen-Salzwedel eG, müssen sich auf das SEPA-Verfahren gut vorbereiten. „Der Lastschrifteinzug, mit dem beispielsweise Vereine ihre Mitgliedsbeiträge einziehen, wird dann nicht mehr so wie bisher funktionieren. Das geht nur noch online“, sagt er. Jeder Verein müsse sich deshalb ein spezielles Zahlungsverkehrsprogramm anschaffen und dazu einen Internetzugang.

Bestehende Einzugsermächtigungen könnten relativ einfach in sogenannte SEPA-Mandate umgedeutet werden. Zuvor jedoch müssten – um bei dem Beispiel zu bleiben – Vereine ihre Mitglieder schriftlich über das neue Verfahren informieren. Spätestens zum Herbst sollte man sich mit dem neuen Verfahren anfreunden, rät Grote.

„Von SEPA ist der komplette Zahlungsverkehr betroffen, nicht nur der internationale Zahlungsverkehr, sondern auch der innerdeutsche“, betont Andreas Richter, Direktor Firmenkunden bei der Sparkasse Uelzen Lüchow-Dannenberg. Er gibt unter anderem zu bedenken, dass Unternehmen Geschäftsunterlagen anpassen sowie Kundenstammdaten, Verträge und Formulare umstellen müssten.

Die 22-stellige IBAN ist so zusammengesetzt, dass man sie sich recht gut merken kann: Für diese internationale Kontonummern in Deutschland gilt vorweg das Länderkürzel DE, es folgen zwei Zahlen als Prüfziffern, die jetzige Bankleitzahl, dahinter stehen einige Nullen und schließlich die „alte“ Kontonummer. Zur IBAN gehört auch ein BIC (Business Identifier Code) – eine internationale Bankleitzahl.

Privatleute haben übrigens keinen so hohen Umstellungsaufwand in Sachen SEPA: Sie nutzen künftig nur statt ihrer bisherigen Kontonummer die IBAN und statt der gewohnten Bankleitzahl – aber nur bei Auslandsüberweisungen – den BIC. Beides steht schon jetzt auf neueren EC-Karten und Kontoauszügen. Und: Für Private gilt obendrein noch eine Übergangsfrist bis zum 1. Februar 2016.

Von Ines Bräutigam

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