Initiative findet auch Unterstützer aus dem Kreis Uelzen

Kontinuierlicher Fracking-Protest

+
Dass Bodenschätze in der Heide mit der Frackingmethode gefördert werden, sorgte für eine Protestbewegung aus der Bevölkerung heraus. Die Initiative „Wir gegen Fracking“ gründete sich.

Uelzen/Lüneburg. Beschlüsse von Ortsräten, Beratungen im Kreistag, Resolutionen – die Nachricht Ende des vergangenen Jahres, dass Unternehmen in der Heide nach Erdgas und Erdöl suchen wollen, hatte Politiker und Umweltverbände auf den Plan gerufen.

Ihre Sorge: Der Suche könnte eine Förderung der Bodenschätze mit der umstrittenen Methode des Frackings folgen. Der Sturm der Entrüstung hat sich mittlerweile gelegt, aus ihm ging jedoch eine Initiative hervor, die, so sagt Mitbegründer Ingo Köhne, „kontinuierlich am Thema dran bleiben“ möchte. So ist auch angedacht, am Sonnabend, 31. August, beim bundesweiten „Anti-Fracking-Tag“ mit Aktionen auf das Thema aufmerksam zu machen.

„Wir gegen Fracking“, so der Name der Gruppe, wurde im Landkreis Lüneburg gegründet, „strahlt aber bis in den Kreis Uelzen hinein“, berichtet Köhne. Einwohner aus Bienenbüttel habe die Initiative schon begrüßen dürfen, auch Schüler aus Uelzen engagierten sich – sie seien „sehr interessiert“.

Einmal im Monat kommen die Mitglieder zusammen, ein fester Kern aus zehn Frauen und Männern sei es immer, sagt Köhne, der zusammen mit seiner Lebensgefährtin Christine Stoldt „Wir gegen Fracking“ aus der Taufe hob. Initialzündung sei eine gemeinsame Sitzung der Umweltausschüsse von Stadt und Landkreis Lüneburg nach dem Bekanntwerden des Suchvorhabens gewesen, bei der auch Vertreter des Landesamtes für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) eingeladen waren. „Dabei wurde deutlich, dass die Behörde am Bürger vorbei Entscheidungen zur Aufsuchung von Bodenschätzen und dem Einsatz von Fracking treffen kann“, so Köhne. Das habe ihn und andere so empört, dass sie aktiv geworden seien. „Und wie sich zeigte zu Recht. Denn es ist ein Zusammenhang von Politik und Bergbaubehörde festzustellen. Wie lässt sich sonst erklären, dass am Tag nach der Landtagswahl den Anträgen der Unternehmen auf Aufsuchung von Bodenschätzen in der Heide durch das LBEG stattgegeben wurde“, ärgert sich der Initiativenbegründer.

Auf sich aufmerksam machte die Gruppe Ende April mit einem Anti-Fracking-Kongress in Lüneburg, zu dem Interessierte aus dem gesamten norddeutschen Raum gekommen seien, so Köhne. Es wurde über Geologie, über einen Austausch der Bürgerinitiativen untereinander und über mögliche Umweltschäden durch Fracking gesprochen. Grundlagen, meint Köhne, für weitere Aktionen, wie am bundesweiten Anti-Fracking-Tag. Die Initiative komme aus diesem Grund auch in den kommenden Tagen zu einer Sitzung zusammen. Näheres könne im Internet unter www.wir-gegen-fracking.de in Erfahrung gebracht werden.

Von Norman Reuter

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare