Anpassungen der Bundesregierung sind vor Ort nur schwer umsetzbar

Kontaktloses Vereinsleben im Kreis Uelzen

Zusammenkünfte wie diese des SoVD im vergangenen Jahr werden in absehbarer Zeit nicht möglich sein. Die Bundesregierung hat deshalb vorübergehend das Vereinsrecht angepasst.
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Zusammenkünfte wie diese des SoVD im vergangenen Jahr werden in absehbarer Zeit nicht möglich sein. Die Bundesregierung hat deshalb vorübergehend das Vereinsrecht angepasst.

Uelzen/Landkreis – Ein Verein ist nichts ohne die Aktivität seiner Mitglieder. Versammlungen und Wahlen, je nach Aufgabengebiet und Mitgliederstärke in unterschiedlicher Ausprägung, bestimmen nicht nur das Vereinsleben, sondern sind oft in den Satzungen festgeschrieben und somit zwingend durchzuführen.

Aufgrund der Corona-Krise hat die Bundesregierung vor rund einem Monat das Vereinsrecht vorübergehend dahingehend angepasst, dass dringend notwendige Zusammenkünfte und Entscheide auch online oder als Umlaufbeschluss in Textform abgehandelt werden dürfen.

Die AZ hat nachgefragt, inwiefern die Änderungen für die Vereine im Landkreis Uelzen umsetzbar sind.

„Zu unseren Jahreshauptversammlungen kommen auch viele Mitglieder, die sonst gar nicht aktiv sind. Deshalb warten wir, bis die Gaststätten wieder aufmachen können“, sagt Karl-Heinz Köhler. Der Vorsitzende der NABU-Kreisgruppe Uelzen spürt keine Eile. Wahlen seien erst im kommenden Jahr wieder an der Reihe und mit Vorstand sowie Beirat stehe er im engen Kontakt per Mail und Telefon. „Ich erachte das auch für den Verein als problematisch. Ohne die Versammlung fehlen die Diskussionen, die Gegenrede.“

Theoretisch sei das natürlich machbar, auch wenn rund 1650 Mitglieder eine Herausforderung darstellen. „Im Notfall müsste man das eben anders machen. Ich hoffe aber, dass wir das spätestens bis zum Herbst in den Griff bekommen haben“, erklärt Köhler.

Benjamin Gießel ist der erste Vorsitzende des SoVD-Kreisverbandes Uelzen und sagt: „In kleineren Vorstandssitzungen in den Ortsverbänden und auch auf Kreisebene wird die Videokonferenz genutzt.“ Denn alle Versammlungen der Ortsvereine seien abgesagt. Die noch ausstehenden Wahlen online oder per Brief durchführen zu lassen, halte er für schwer umsetzbar – auch wenn das der eigene Landesverband empfiehlt.

Die Hälfte aller SoVD-Mitglieder müsse bei diesen alternativen Verfahren eine Stimme abgeben. „Allein der Ortsverband Uelzen hat 2200 Mitglieder. Im Landkreis Uelzen sind es fast 10 000“, betont Gießel.

VON ANDREAS URHAHN

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